Schauspielerin Karin Thaler öffnet in einem Gespräch mit Bunte ein sehr persönliches Kapitel ihres Lebens: die Spielsucht ihrer Mutter. Die „Die Rosenheim-Cops“-Darstellerin berichtet, wie aus zunächst harmlos wirkenden Casinobesuchen eine zerstörerische Abhängigkeit wurde, die die ganze Familie belastete.

Besonders bitter: Thaler geriet selbst in eine finanzielle und emotionale Ausnahmesituation, weil sie versuchte, die Folgen der Sucht aufzufangen. Die heute erfolgreiche TV-Darstellerin blickt schonungslos auf diese Zeit zurück – und benennt klar, wie tief sie selbst in dieses destruktive System hineingezogen wurde.

Karin Thaler über den Beginn der Sucht ihrer Mutter

Den Auslöser für die dramatische Entwicklung sah Karin Thaler zunächst in einem gesundheitlichen Problem ihrer Mutter. Wie Bunte berichtet, habe ihre Mutter erklärt, die Spielautomaten im Casino würden den Tinnitus übertönen, der sie seit ihren Fünfzigern quälte. „Ich habe bis heute keine Antwort darauf, warum meine Mama plötzlich anfing, ins Spielcasino zu gehen“, erzählt Thaler.

Anfangs nahm sie die Besuche nicht ernst und ahnte nicht, in welchen Kreislauf ihre Mutter geraten war. Erst später erkannte sie, dass hinter den Ausflügen in die Spielhallen eine ernsthafte Sucht steckte, die immer mehr Kontrolle über das Leben der Familie gewann.

Schuldenfalle: Karin Thaler arbeitet sich auf

Mit der fortschreitenden Spielsucht häuften sich die Schulden der Mutter – und Karin Thaler versuchte, diese Last zu tragen. „Ich habe wie eine Blöde gearbeitet, um ihre Schulden zu bezahlen, die sie überall gemacht hat“, so die Schauspielerin laut Bunte.

Sie nahm zusätzliche Engagements an und steckte ihre Energie in den Versuch, die finanziellen Löcher zu stopfen. Rückblickend beschreibt Thaler, wie sehr sie sich selbst dabei verlor: „Heute weiß ich, dass ich co-abhängig von ihrer Spielsucht war und in einer toxischen Beziehung zu ihr feststeckte.“ Die emotionale Bindung zur Mutter ließ sie lange nicht erkennen, wie sehr sie sich selbst überforderte.

Haftstrafe: Mutter von Karin Thaler im Gefängnis

Der dramatische Höhepunkt der Suchtgeschichte war ein krimineller Schritt der Mutter. „Meine Mutter landete 1993 im Gefängnis, weil sie versucht hatte, einen Supermarkt zu erpressen“, erzählt Karin Thaler in Bunte.

Ihre Mutter forderte demnach fünf Millionen Mark und drohte, der Presse mitzuteilen, im Hüttenkäse des Marktes sei Gift, wenn sie das Geld nicht bekomme. Am Ende wurde sie wegen Diebstahls und versuchter räuberischer Erpressung zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt. Für Thaler war diese Zeit ein emotionaler Ausnahmezustand – und dennoch wandte sie sich nicht ab.

Loyalität trotz Verletzungen: Karin Thaler hält zu ihrer Mutter

Trotz all der Lügen, Schulden und der Haftstrafe stand Karin Thaler weiter an der Seite ihrer Mutter. „Trotzdem habe ich weiter zu ihr gehalten“, sagt sie laut Bunte. Diese Loyalität beschreibt sie heute mit gemischten Gefühlen: Einerseits sei da die tiefe Verbundenheit zur eigenen Mutter, andererseits das Bewusstsein, sich selbst jahrelang zurückgestellt zu haben. Indem Thaler ihre Geschichte nun öffentlich macht, setzt sie ein Zeichen für Offenheit im Umgang mit Suchterkrankungen in Familien