Schauspielerin Barbara Barrie ist am Mittwoch in ihrem Zuhause in Manhattan gestorben. Sie wurde 95 Jahre alt. Barrie gehörte zu den seltenen Darstellerinnen, die auf der Bühne, im Film und im Fernsehen über Jahrzehnte hinweg präsent blieben. Besonders verbunden war ihr Name mit der Mutterrolle in „Breaking Away“, für die sie 1979 eine Oscar-Nominierung als Nebendarstellerin erhielt.
Auch am Broadway hinterließ sie eine lange Spur, die von den 1950er Jahren bis zu ihrem letzten Auftritt im Jahr 2017 reichte. Hinterlassen hat sie ihre Kinder Jane und Aaron sowie drei Enkelinnen. Seit 1964 war sie mit Jay Harnick verheiratet, der 2007 starb.
Barbara Barrie entschied sich für den Tod
In den 1990er Jahren erhielt Barrie die Diagnose Darmkrebs und sprach später öffentlich darüber. Sie veröffentlichte die Bücher „Second Act“ und „Don’t Die of Embarrassment“, in denen sie ihre Erfahrungen mit der Erkrankung schilderte. 2014 machte sie zudem ihre idiopathische Lungenfibrose bekannt.
Wie ihre Tochter gegenüber der New York Times erklärte, erhielt Barbara Barrie zuletzt eine unheilbare Krebsdiagnose. Sie entschied sich schließlich für einen assistierten Suizid, der ärztlich begleitet wurde. Barrie habe sich laut ihres Sprechers für New Yorks Gesetz zur Sterbehilfe eingesetzt, wie die Los Angeles Times berichtet.
Barbara Barrie spielte am Broadway bis 2017
Geboren wurde sie 1931 in Chicago als Barbara Berman, aufgewachsen ist sie in Texas. Nach dem Studium der Theaterkunst an der University of Texas zog sie nach New York und gab 1955 ihr Broadway-Debüt in „The Wooden Dish“.
Es folgten Produktionen wie „The Crucible“, „California Suite“ und vor allem Stephen Sondheims „Company“. Für ihre Rolle als Sarah in der Originalbesetzung erhielt sie eine Tony-Nominierung. Ihren letzten Broadway-Auftritt hatte sie 2017 in Joshua Harmons Stück „Significant Other“ als Helene Berman.
Filmkarriere reichte von „Giganten“ bis „Breaking Away“
Vor der Kamera begann Barrie 1955 im Fernsehen mit „Kraft Television Theater“. Ihr Filmdebüt folgte 1956 in „Giganten“, damals noch ohne Nennung im Abspann. Eine frühe Hauptrolle spielte sie 1964 in „One Potato, Two Potato“ als weiße Frau, die sich in einen schwarzen Mann verliebt, zu einer Zeit, als Ehen zwischen Schwarzen und Weißen in den USA noch nicht landesweit legal waren. Für diese Leistung gewann sie in Cannes den Preis als beste Darstellerin. Später folgten Filme wie „Private Benjamin“, „Hercules“ und „Judy Berlin“.
Emmy-Nominierungen und mehr als 120 Rollen
Auch im Fernsehen blieb Barrie über viele Jahre gefragt. Zu ihren Serienauftritten gehörten „Gnadenlose Stadt“, „Twilight Zone“, „Alfred Hitchcock präsentiert“, „Barney Miller“ und „Suddenly Susan“. Für die TV-Version von „Breaking Away“ erhielt sie eine Emmy-Nominierung, weitere folgten für „Law & Order“ und „Law & Order: SVU“.
Insgesamt kam sie auf mehr als 120 Rollen. Ihr letzter Eintrag in der IMDb-Filmografie war 2025 die queere Romantikkomödie „Things Like This“. Damit reichte ihre Laufbahn von den frühen Fernsehjahren bis in die Gegenwart.