Schauspielerin Senta Berger (85) zählt seit Jahrzehnten zu den prägenden Gesichtern des deutschsprachigen Films. Nun steht sie erneut im Fokus, weil sie beim Deutschen Filmpreis als beste Hauptdarstellerin für „Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke“ nominiert ist. Kurz vor der Verleihung spricht Berger jedoch auch über Unsicherheiten.
Senta Berger spricht offen über ihre Nervosität
Gerade das macht ihre Aussagen so bemerkenswert: Trotz einer langen Karriere klingt bei ihr keine Routine an, sondern echte Anspannung und eine sehr persönliche Bestandsaufnahme. Wenige Tage vor der Preisvergabe schilderte die Schauspielerin, wie angespannt sie die Situation erlebt.
„Meistens bin ich in solchen Situationen sehr gelassen, rede mir ein, dass ich gelassen bin oder dass ich gelassen sein muss. Denn ich bin ja nicht wirklich gelassen. Das ist nicht mein Temperament. Ich bin grundsätzlich nicht gelassen“, sagte Senta Berger der „Bild“.
Gerade diese Offenheit zeigt, dass selbst eine vielfach ausgezeichnete Darstellerin vor einem solchen Termin nicht unberührt bleibt. Hinzu kommt, dass sie zuletzt auch mit den Folgen eines Sturzes zu kämpfen hatte.
Senta Berger zweifelt an einer Fortsetzung ihrer Karriere
Noch eindringlicher sind ihre Gedanken zur eigenen Zukunft als Schauspielerin. Die Nominierung versteht Berger offenbar nicht automatisch als Ansporn, weiterzumachen. Vielmehr formuliert sie eine ernüchternde Sicht auf Rollen für ältere Frauen im Film.
Solche Figuren hätten oft etwas „Skurriles“, erklärt sie, und beschreibt damit ein Problem, das weit über ihre eigene Person hinausgeht. Die 85-Jährige macht klar, dass sie sich nicht an jedem Angebot festhält, nur um weiter präsent zu sein. Ihre Worte wirken nüchtern, aber auch sehr entschieden.
Aktuelle Drehbücher überzeugen die Schauspielerin nicht
Besonders deutlich wird Berger bei der Frage, wie es beruflich weitergehen könnte. „Deshalb weiß ich nicht, wie und ob meine Karriere weitergeht. Ich warte nicht auf eine neue Aufgabe. Das beschreibt es am besten“, so Senta Berger.
Damit spricht sie einen Punkt an, der viele langjährige Künstlerinnen begleitet: Nicht jede Rolle passt noch zu den eigenen Ansprüchen. Berger vermittelt den Eindruck, dass sie lieber Abstand nimmt, als Projekte anzunehmen, die sie künstlerisch nicht tragen. Gerade darin liegt eine große Konsequenz.
Deutscher Filmpreis könnte auch zum Familienmoment werden
Bei der Preisverleihung am 29. Mai tritt Berger in der Kategorie beste Hauptdarstellerin gegen Özgü Namal (47) für „Gelbe Briefe“ und Luna Wedler (26) für „22 Bahnen“ an. Wie „tvspielfilm.de“ berichtet, ist „Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke“ zudem mehrfach nominiert, unter anderem als bester Spielfilm, für die beste Regie und für das beste Drehbuch.
Eine besondere familiäre Note erhält die Veranstaltung durch Simon Verhoeven (53): Bergers Sohn führte Regie und schrieb das Drehbuch. Damit steht für die Schauspielerin nicht nur ein Preisabend an, sondern auch ein sehr persönlicher Moment.