Sängerin Celine Dion steht vor einer der emotionalsten Phasen ihrer Karriere: Rund vier Jahre nach der Diagnose des seltenen Stiff-Person-Syndroms bereitet die Kanadierin ihr großes Konzert-Comeback in Paris vor. In der französischen Hauptstadt tauchten in den vergangenen Tagen geheimnisvolle Plakate mit Songtiteln wie „Power of Love“, „S’il suffisait d’aimer“ und „My Heart Will Go On“ auf, die schnell als Hinweis auf neue Live-Auftritte gedeutet wurden. Laut ew.com handelt es sich um eine gezielte Kampagne, die die Rückkehr der fünfmaligen Grammy-Gewinnerin auf die große Bühne ankündigt.

Celine Dion kehrt in Pariser Arena zurück

Wie die französisch-kanadische Zeitung „La Presse“ berichtet, soll Dion ab Herbst eine ganze Reihe von Konzerten in der Paris La Défense Arena geben. Geplant sind demnach mehrere Shows pro Woche im September und Oktober in der 40.000 Zuschauer fassenden Halle, in der bereits Superstars wie Taylor Swift und die Rolling Stones aufgetreten sind, wie variety.com meldet. Die Sängerin war dort ursprünglich schon 2020 im Rahmen ihrer „Courage“-Welttournee eingeplant, doch zunächst die Corona-Pandemie und später ihre Erkrankung machten alle Pläne zunichte. Offizielle Statements ihres Teams stehen noch aus, doch die Vorbereitungen laufen offenbar auf Hochtouren.

Stiff-Person-Syndrom stoppte „Courage“-Tour

Dions gesundheitlicher Rückschlag traf sie mitten in einer Erfolgsphase. Anfang 2022 sagte sie alle noch ausstehenden, bereits verschobenen Termine der „Courage“-Tour ab, nachdem bei ihr das seltene neurologische und autoimmune Stiff-Person-Syndrom diagnostiziert worden war. Die Erkrankung führt zu massiver Muskelsteifheit und kann Gehen und Singen stark beeinträchtigen. „Ich gebe bei meinen Shows immer 100 Prozent, aber mein Zustand erlaubt mir das im Moment nicht“, erklärte sie damals laut ew.com. Sie müsse sich auf ihre Gesundheit konzentrieren, fügte sie hinzu, und betonte: „Ich habe Hoffnung, dass ich auf dem Weg der Besserung bin.“

Dokumentation zeigt Kampf um Gesundheit

Ihr intensiver Kampf mit der Krankheit wurde 2024 im Dokumentarfilm „I Am: Celine Dion“ festgehalten. Darin spricht die Künstlerin offen über die schmerzhaften Absagen und den Rückzug aus der Öffentlichkeit. Sie schildert, wie schwer es ihr fällt, Fans zu begegnen, wenn sie eigentlich auf Tour sein sollte: Wer sie fröhlich mit der Familie sehe, obwohl ein Konzert ausfalle, habe das Recht, sie darauf anzusprechen, sagt sie. Besonders deutlich wird ihre Sehnsucht nach der Bühne in einem Moment, in dem sie gesteht: „Es ist nicht schwer, eine Show zu spielen. Es ist schwer, eine Show abzusagen.“ Sie vermisse die Menschen sehr und wolle nicht aufgeben.

Olympia-Auftritt ebnet Weg zum Comeback

Ein wichtiges Signal setzte Dion bereits bei den Olympischen Sommerspielen 2024 in Paris. Dort trat sie erstmals seit Jahren wieder live auf und sang im Rahmen der Eröffnungsfeier Edith Piafs „Hymne à l’amour“ – hoch oben im Eiffelturm. Ihr letzter regulärer Konzertauftritt liegt noch länger zurück: Am 8. März 2020 beendete sie in Newark, New Jersey, den nordamerikanischen Teil der „Courage“-Tour. Nun soll ausgerechnet Paris zum Symbol ihres Neubeginns werden.