Nach dem Ende der „Lindenstraße“ im Jahr 2020 war es deutlich ruhiger um Schauspieler Georg Uecker geworden. Der 63-Jährige zog sich fast komplett aus dem öffentlichen Leben zurück, auch weil ihn seine Gesundheit lange beschäftigt hat.
Seit 1993 lebt er mit HIV, zugleich erhielt er damals die Diagnose Morbus Hodgkin, ein bösartiger Tumor am Lymphsystem. Heute klingt er wieder zuversichtlich und kämpferisch. Ihm gehe es „sehr gut“, sagte Georg Uecker der „Bild“. Humorvoll fügte er hinzu: „Ich bin ein zähes Luder!“
Georg Uecker lebt seit 1993 mit HIV
Die doppelte Diagnose stellte sein Leben einst von einem Tag auf den anderen auf den Kopf. Schon 2019 hatte Georg Uecker über diese Zeit gesprochen und beschrieben, wie hart die Monate nach der Nachricht für ihn waren: „Ich bin durch die Hölle gegangen“, sagte er damals dem „Stern“. Den Krebs konnte er fünf Jahre nach der Diagnose besiegen.
Auch beruflich ging es nach dem Serienende weiter: Seine Theater- und Lesetour auf Basis der Autobiografie „Ich mach dann mal weiter“ setzte er fort, zuletzt reiste er sogar nach Mexiko in den Urlaub.
Georg Uecker schrieb mit TV-Kuss Geschichte
Mehr als 30 Jahre spielte Uecker in der „Lindenstraße“ die Rolle des Dr. Carsten Flöter. Besonders eine Szene aus dem Jahr 1990 bleibt bis heute mit seinem Namen verbunden: Gemeinsam mit Martin Armknecht zeigte er den ersten Kuss zwischen zwei Männern in einer deutschen TV-Serie.
Die wenigen Sekunden hatten enorme Folgen. Beide Schauspieler erhielten Morddrohungen, Uecker brauchte teilweise Personenschutz. Die Szene wurde zu einem wichtigen Moment für die Sichtbarkeit queerer Liebe im deutschen Fernsehen.
Verdienstorden für Einsatz in der queeren Community
Nun wird Georg Uecker geehrt. NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst zeichnet ihn mit dem Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen aus. Die Anerkennung gilt seinem Engagement für die queere Community und seinem jahrzehntelangen öffentlichen Einsatz.
Im Gespräch mit „Bild“ machte der Schauspieler deutlich, worauf es ihm dabei wirklich ankommt: „Ich wollte ja für mein Engagement nie einen Orden, sondern gesellschaftliche Veränderung. Und die haben wir erreicht. Man muss aber auch das, was wir erreicht haben, verteidigen. Und dafür ist so eine Auszeichnung natürlich prima“, so Georg Uecker.