Folk-Musiker und Schriftsteller Tucker Zimmerman ist im Alter von 84 Jahren bei einem Hausbrand in Belgien gemeinsam mit seiner Frau Marie-Claire gestorben. Das Paar lebte nahe Lüttich und war seit Mitte der 70er-Jahre verheiratet. Wie das belgische Portal „Sudinfo“ berichtet, war der Brand im Zuhause der beiden laut Untersuchungen der Gerichtsmedizin ein Unfall.
Die Nachricht löste in der Musikwelt tiefe Trauer aus, denn Zimmerman galt als Geheimtipp unter Kennern, dessen Werk von Größen wie David Bowie und Produzent Tony Visconti hochgeschätzt wurde. Nur wenige Monate vor seinem Tod hatte der US-Künstler noch ein neues Album veröffentlicht und an weiterer Musik gearbeitet, wie das Label 4AD mitteilte.
Tucker Zimmerman und Marie-Claire: Liebe über fünf Jahrzehnte
Zimmerman und Marie-Claire lernten sich in Rom kennen. 1975 gaben sich der Singer-Songwriter und die damals 30-Jährige das Jawort, ein Jahr später kam Sohn Quanah zur Welt. Auf seiner Website schwärmte Zimmerman von der Frau an seiner Seite: „Ohne sie wäre ich nirgends auf der Welt außer sechs Fuß unter der Erde. Ihre Liebe zu mir und ihr Glaube an das, was ich tue, sind unvorstellbar.“ Marie-Claire sei seine „Muse“ gewesen, schrieb er – eine Partnerschaft, die Beruf und Privatleben eng verknüpfte.
David Bowie lobt Zimmermans „zu qualifizierten“ Folk
David Bowie entdeckte früh die besondere Tiefe in Zimmermans Songs. In einem Interview mit dem Magazin „Vanity Fair“ nannte er das Debütalbum „Ten Songs by Tucker Zimmerman“ eines seiner Lieblingsalben aller Zeiten. „Der Mann ist für Folk viel zu qualifiziert“, sagte Bowie und verwies auf Zimmermans Studien in Theorie und Komposition. Produzent Tony Visconti, der 1968 Zimmermans erstes Album betreute, würdigte ihn später als Künstler mit „beißenden und revolutionären“ Songs.
800 Songs, Rom, London und ein Zuhause in Belgien
Geboren und aufgewachsen in San Francisco, begann Tucker Zimmerman Mitte der 60er-Jahre zu schreiben – am Ende seiner Karriere standen über 800 Songs. Stationen in Rom und London prägten seinen Stil, bevor er mit Marie-Claire dauerhaft in Belgien sesshaft wurde. Auf seiner Website beschrieb er seinen kreativen Prozess als etwas fast Eigenständiges: „Ich war nie wirklich Herr über meine Songs, und ich wollte es auch nie sein. Sie platzen heraus, sie überraschen mich.“ Die Lieder würden ihn an Orte „außerhalb der Karte“ führen, schrieb er. Für Fans machte genau dieses Unberechenbare den Reiz seines Werks aus.
„Dance of Love“ und letzte Musikbotschaft zum Jahreswechsel
2024 veröffentlichte Zimmerman das Album „Dance of Love“, eine Zusammenarbeit mit der Indie-Band Big Thief, die als Produzenten und Backingband fungierten. Im Juli 2025 folgte „Music By River Words By Ear“ – sein letztes erschienenes Album. Zu Silvester wandte sich Zimmerman noch einmal an seine Community: Ein neues Werk sei bereits im Mastering, schrieb er auf Instagram, und bedankte sich bei den Labels 4AD und Big Potato für die Unterstützung. „Frieden für alle“, schloss er seine Botschaft.