Der Tod von Ted Herold (†79) traf Fans und frühere Begleiter im November 2021 mit voller Wucht. Der Rock'n'Roll-Musiker, der für viele als „deutscher Elvis“ galt, starb im Alter von 79 Jahren bei einem Wohnungsbrand in Dortmund, ebenso seine Ehefrau Manuela. Auch seine Schwiegereltern, die im Erdgeschoss des Hauses wohnten, wurden verletzt und kamen mit Verdacht auf Rauchvergiftung ins Krankenhaus.

Produzent Bernd Dietrich sprach von kompletter Funkstille

Neben der Trauer stand schnell eine weitere Frage im Raum: Warum hatte sich der Sänger nach seinem Bühnenabschied 2016 so konsequent zurückgezogen? Musikproduzent Bernd Dietrich, der mit Ted Herold noch Jahre nach dessen großen Erfolgen zusammengearbeitet hatte, schilderte die letzten Kontakte als abrupt beendet.

„Er war einfach ein toller Typ“, sagte Dietrich laut „t-online.de“. Besonders schmerzlich sei für ihn gewesen, dass Herold über lange Zeit nicht mehr erreichbar gewesen sei. Anrufe, Nachrichten auf dem Anrufbeantworter und sogar Kontaktversuche über das familiäre Umfeld hätten nichts gebracht.

Ted Herold feierte mit „Moonlight“ und späterem Comeback Erfolge

Dabei hatte Herold schon sehr früh Karriere gemacht. Als Harald Schubring 1942 in Berlin geboren, wurde er Ende der Fünfzigerjahre entdeckt und landete mit Liedern wie „So schön ist nur die allererste Liebe“, „Hula Rock“ und vor allem „Moonlight“ große Erfolge.

Später flaute der erste Rock-'n'-Roll-Boom ab, doch in den Siebzigern erhielt seine Laufbahn neuen Schwung, als Udo Lindenberg (79) ihn für „Panische Nächte“ gewann. Es folgten weitere Auftritte, neue Verträge und ein spätes Comeback, ehe er sich 2016 endgültig von der Bühne verabschiedete, wie der „Spiegel“ berichtete.

Abgetaucht: Der Rückzug von Ted Herold in Dortmund

Nach Aussagen aus seinem Umfeld lebte Ted Herold zuletzt sehr zurückgezogen im Süden Dortmunds. Gemeinsam mit seiner zweiten Ehefrau Manuela soll er sich dort ein ruhiges Leben aufgebaut haben. Dietrich vermutete, dass sich der Sänger womöglich zu alt für die Bühne gefühlt habe und deshalb nicht mehr öffentlich auftreten wollte.

Hinzu kamen offenbar gesundheitliche Einschränkungen. Trotz des Rückzugs galt die Ehe als eng und stabil. Herold soll stolz darauf gewesen sein, die Einliegerwohnung bei den Schwiegereltern selbst ausgebaut zu haben.

Der mysteriöse Tod von Ted Herold

Nach dem Brand prüften die Behörden zunächst mehrere Möglichkeiten. Zeitweise stand auch ein technischer Defekt an einer Stereoanlage im Raum. Später teilte die Staatsanwaltschaft jedoch mit, dass ein fahrlässiger Umgang mit offener Flamme als wahrscheinlich gelte.

Demnach könnte etwa eine brennende Zigarette das Feuer ausgelöst haben, wie „ruhrnachrichten.de“ berichtete. Ein Brandsachverständiger schloss einen Defekt an der Anlage demnach aus. Für viele blieb neben dem tragischen Ende vor allem das Bild eines Künstlers, der einst große Hallen füllte und seine letzten Jahre fast vollständig im Privaten verbrachte.