Die französische Sängerin, Tänzerin und Songwriterin Guesch Patti ist tot. Die Künstlerin starb in der Nacht zum Montag nach langer Krankheit in Paris, sie wurde 80 Jahre alt. Mit dem Song „Étienne“ wurde sie Ende der 1980er in ganz Europa berühmt und blieb vielen auch wegen ihres markanten Bühnenauftritts in Erinnerung. Ihr Agent bestätigte den Tod der Musikerin, wie t-online.de berichtet. Guesch Patti hieß mit bürgerlichem Namen Patricia Porrasse und galt als vielseitige Künstlerin zwischen Pop, Tanz und Theater.
Guesch Patti wurde mit „Étienne“ europaweit berühmt
Der große Durchbruch gelang ihr 1987 mit „Étienne“. Das Lied erreichte in Frankreich Platz eins und wurde auch in Deutschland zum Hit, wo es 19 Wochen in den Charts blieb. Für zusätzliche Debatten sorgte das Schwarz-Weiß-Video zum Song: Darin trat Patti in Mieder und Netzstrümpfen auf, der Clip wurde teils nur zensiert oder erst spät am Abend gezeigt.
Gerade diese Mischung aus provokanter Ästhetik und eingängigem Pop machte den Titel so prägend. 1988 folgte mit „Let Be Must The Queen“ ein weiterer Erfolg, der an die erste große Welle anschloss.
Tänzerin an der Pariser Oper vor der Musikkarriere
Noch vor ihrem Erfolg als Sängerin war Guesch Patti eng mit dem Tanz verbunden. Bereits als Kind stand sie an der Pariser Oper, später arbeitete sie als Solotänzerin in verschiedenen Compagnien und mit namhaften Choreografen. Diese körperliche Ausdruckskraft prägte auch ihre Bühnenpräsenz als Musikerin.
Außerdem spielte sie die Hauptrolle im Musical „Les Misérables“ und gründete das Trio „Dacapo“. Patti verstand sich nie nur als Popsängerin, sondern als Künstlerin, die verschiedene Formen miteinander verband und sich nicht auf eine einzige Sparte festlegen lassen wollte.
Guesch Patti nannte sich selbst ein „Chamäleon“
Wie n-tv.de berichtet, bezeichnete sich Patti selbst einmal als „Chamäleon“. Sie arbeite gern „in aller Ruhe mit allen Künsten“, sagte sie damals. Dieser Satz passt zu einer Laufbahn, die weit über einen einzigen Hit hinausging.
Zwar konnte sie später nicht mehr an ihre ersten großen Charterfolge anknüpfen, doch sie blieb kreativ aktiv. Sie veröffentlichte weitere Alben wie „Labyrinthe“, „Nomades“, „Gobe“, „Blonde“ und „Dernières nouvelles“. Auch als Schauspielerin arbeitete sie weiter und stand 1997 für den Film „Die Schwächen der Frauen“ vor der Kamera.
Agent würdigt ihre Lebensfreude auf der Bühne
Der enorme Erfolg von „Étienne“ hatte für Patti nicht nur positive Seiten. In einem AFP-Interview aus dem Jahr 2001 sprach sie offen darüber, wie sehr der damalige Medienrummel ihre Karriere belastet habe. Von diesem Trubel habe sie für den Rest ihres Lebens „genug“, sagte sie. Umso stärker wirkt heute die Würdigung ihres Agenten Sébastien d'Assigny.
„Sie hinterlässt allen, die sie auf der Bühne erleben durften, die Erinnerung an eine Frau, deren künstlerischer Ausdruck voller Lebensfreude war“, so d'Assigny laut Bild. Damit bleibt vor allem das Bild einer eigenwilligen, kraftvollen und stilprägenden Künstlerin.