In Morro Bay, Kalifornien, ist Schauspieler Roger Ewing im Alter von 83 Jahren gestorben. Der frühere Deputy Marshal Thad Greenwood aus der Westernserie „Rauchende Colts“ prägte in den 1960er-Jahren das Bild des sensiblen, jungen Gesetzeshüters im US-Fernsehen. Wie seine Familie mitteilte, starb Ewing am 18. Dezember 2025, eine Todesursache wurde nicht genannt, berichtet hollywoodreporter.com. Freunde und Angehörige würdigen einen Mann, der sich nach einer kurzen, intensiven Karriere bewusst aus Hollywood zurückzog – und dennoch bis heute in Wiederholungen weltweit präsent ist.

Roger Ewing: Vom Teenager zum Western-Star

Roger Lawrence Ewing wurde am 12. Januar 1942 in Los Angeles geboren. Schon als Schüler parodierte er „Rauchende Colts“ in einer Varieté-Show und verfolgte die Serie jeden Samstagabend, wie thetvcave.com meldet. Sein Filmdebüt hatte er 1964 im Kriegsfilm „Ensign Pulver“, zunächst ohne Namensnennung.

Es folgten kleinere Rollen in „None but the Brave“ mit Frank Sinatra und Gastauftritte in TV-Formaten wie „Verliebt in eine Hexe“, „The Baileys of Balboa“, „The Bing Crosby Show“ und „Rawhide – Tausend Meilen Staub“. Wegen seiner Größe von rund 1,93 Metern wurde er oft als „schlaksiger Außenseiter“ besetzt, wie er selbst einmal selbstironisch erzählte.

Thad Greenwood: 50 Folgen „Rauchende Colts“

1965 gelang dem jungen Darsteller der Sprung in die Western-Elite: Zunächst erschien er in „Rauchende Colts“ als Ben Lukens, kehrte dann als Handwerker zurück und wurde schließlich als Deputy Marshal Clayton Thaddeus „Thad“ Greenwood fest in die Serie integriert, nachdem Burt Reynolds ausgestiegen war.

In der elften Staffel stieß er zur Stammbesetzung und blieb rund 50 Episoden lang Teil der Geschichten aus Dodge City, so hollywoodreporter.com. Seine Figur, Sohn eines gealterten Sheriffs aus Oklahoma, kam in die Stadt, um vier Vandalen zu stellen, und wurde nach deren Ergreifung von Marshal Matt Dillon als Stellvertreter gebeten zu bleiben.

Leiser Abschied von Hollywood und neue Leidenschaft

Nach seinem Ausstieg 1967 folgten noch Auftritte in „The Mothers-in-Law“ und „Death Valley Days“ sowie Filmrollen in „Smith – Ein Mann gegen alle“ (1969) mit Glenn Ford und „Spiel dein Spiel“ (1972) mit Anthony Perkins. Regisseur John Schlesinger zog Ewing Medienberichten zufolge sogar für die Hauptrolle in „Asphalt-Cowboy“ in Betracht, die schließlich an Jon Voight ging.

Anfang der 1970er-Jahre zog der Schauspieler einen klaren Schlussstrich: Er beendete seine Karriere vor der Kamera und wandte sich der Fotografie zu. Diese Arbeit führte ihn durch Europa, Russland, Mexiko und den Südpazifik, wie thetvcave.com berichtet.

Freunde erinnern an einen „guten und sanften Mann

In einer Todesanzeige und persönlichen Nachrufen zeichnen Freunde das Bild eines bescheidenen Menschen. „Roger war ein freundlicher und anständiger Mann, der sich nie von seinem Ruhm blenden ließ“, so sein enger Freund Mark Ashworth laut Bild. Freundin Linda Brady gedachte eines „guten und sanften Mannes“, dessen Leben und Karriere viele Menschen berührt hätten.

Besonders seine Rolle in „Rauchende Colts“ habe seinem eigenen Wesen entsprochen: schüchtern, ruhig, witzig und optimistisch. „Roger wird als Thad Greenwood in den Wiederholungen von ‚Rauchende Colts‘ auf der ganzen Welt für immer jung bleiben“, schrieb sie. In Morro Bay engagierte sich Ewing später in der Lokalpolitik und kandidierte 2003 sogar für den Stadtrat.