Moderatorin und Influencerin Patrice Aminati lebt mit der Diagnose unheilbarer schwarzer Hautkrebs. Im Gespräch mit „RTL exclusiv“ öffnet sich die junge Mutter nun so klar wie nie zuvor und schildert, wie sehr Medikamente, Schmerzen und Ängste ihren Alltag bestimmen. Gleichzeitig macht sie deutlich, dass sie ihren Lebensmut nicht verloren hat – trotz ihrer schweren Erkrankung und der Trennung von Moderator Daniel Aminati.
Die 29-Jährige gilt als Palliativpatientin und spricht offen darüber, wie sich ihr Blick auf Zeit, Familie und Glück seit der Diagnose grundlegend verändert hat.
Patrice Aminati erklärt ihren Alltag als Palliativpatientin
Im Interview beschreibt Patrice, was ihre Einstufung als Palliativpatientin konkret bedeutet. „Als Palliativpatient ist es so: Man spricht nicht von Heilung, sondern Lebensverlängerung“, erklärt sie. Ihr Leben hängt von einer strengen Medikamentenroutine ab. „Ich kann nicht ohne Medikamente leben, nicht ohne morgens 20 Tabletten zu schlucken – mit Neben- und Wechselwirkung“, so Aminati weiter.
Die Vielzahl an Präparaten soll das Fortschreiten des schwarzen Hautkrebses bremsen und ihre Symptome kontrollieren. Doch der Preis ist hoch: Jede Tablette kann neue Beschwerden auslösen, jede Dosis erfordert genaue Abstimmung mit den behandelnden Ärztinnen und Ärzten.
Schwere Nebenwirkungen und kaum vorstellbare Schmerzen
Besonders eindringlich schildert Patrice eine der schlimmsten Nebenwirkungen ihrer Therapie. Die Medikamente lösten eine massive Entzündung im Bauchraum aus, die so weit ging, dass ihre Darmwand beinahe perforiert wurde. „Diese Schmerzen waren unbeschreiblich“, erinnert sie sich im Gespräch mit Moderatorin Rebecca Mir.
Solche Komplikationen zeigen, wie riskant und belastend die Behandlung ist, wenn der Fokus nicht mehr auf Heilung, sondern auf Lebensverlängerung liegt. Patrice musste in dieser Phase engmaschig überwacht werden, um lebensbedrohliche Folgen zu verhindern. Trotz dieser Erfahrungen entscheidet sie sich immer wieder bewusst für die Therapie – aus Liebe zu ihrer Familie und zu ihrer kleinen Tochter.
Dankbarkeit für Familie und kleine schmerzfreie Momente
Neben den medizinischen Details spricht Patrice vor allem über das, was ihr Kraft gibt. Sie betont, wie wichtig ihr familiärer Rückhalt ist. „Ich habe eine tolle Familie, für die ich sehr dankbar bin“, sagt sie. Ihr Tagesbeginn ist geprägt von einem Ritual der Dankbarkeit: „Ich wache auf und danke dem lieben Gott, dass ich keine Schmerzen, wenig Schmerzen, aushaltbare Schmerzen habe.“
In solchen Momenten kann sie sich konzentrieren, arbeiten und den Alltag mit ihrem Kind gestalten. Wenn die Schmerzen stärker werden, bittet sie ohne Scheu um Unterstützung: „Und wenn ich Schmerzen habe, kann ich meine Familie um Hilfe bitten.“ Diese Offenheit im Umgang mit Schwäche ist für sie zu einer wichtigen Stärke geworden.
Krebs verändert ihren Blick auf Glück und Lebenszeit
Trotz aller Belastungen beschreibt Patrice eine innere Veränderung, die sie selbst lange nicht für möglich gehalten hätte. „Was alle Palliativpatienten vereint, ist, dass man die Zeit, die man hat, sehr genießt“, erklärt sie. Die Diagnose habe ihren Fokus radikal verschoben – weg von Zukunftsplänen, hin zu intensiven Momenten im Hier und Jetzt.
„Ich kann nur sagen – so widersprüchlich es klingen mag: Krebs hat mich zu einem glücklicheren Menschen gemacht.“ Damit meint sie nicht die Krankheit selbst, sondern die neue Wertschätzung für Nähe, Alltag und kleine Freuden. Ihre Worte zeigen, wie sehr sie um jeden Tag kämpft – und gleichzeitig gelernt hat, inmitten von Unsicherheit bewusst zu leben.