Jesús de Miguel (†30) ist nach dem Zusammenstoß im Zweitligaspiel von CD Teneriffa gegen den FC Andorra gestorben. Der 30 Jahre alte Stürmer war in der Nachspielzeit mit Torwart Jesús Owono kollidiert und danach regungslos auf dem Rasen liegen geblieben. Rettungskräfte versorgten ihn noch auf dem Platz, auf dem Weg ins Krankenhaus wurde er nach einem Herzstillstand wiederbelebt. In der Nacht verschlechterte sich sein Zustand, am Dienstag starb de Miguel um 8 Uhr im Universitätsklinikum Nuestra Señora de Candelaria. Nun hat sich auch der beteiligte Keeper erstmals öffentlich geäußert.
Jesús Owono sprach von den schwersten Tagen seines Lebens
In einer Erklärung, die sein Verein auf der Plattform X veröffentlichte, meldete sich der Nationaltorwart von Äquatorialguinea zu Wort. „Das sind die schwersten Tage meines Lebens“, schrieb Jesús Owono laut Bild. Er erklärte außerdem, ihm fehlten die Worte, und das Geschehene sei nur schwer zu verarbeiten.
Seine Gedanken seien bei Jesús de Miguel, dessen Familie und allen Menschen, die ihn geliebt haben. Der Torwart kündigte zugleich an, sich allem, was nun auf ihn zukomme, mit größtem Respekt zu stellen.
Polizei ermittelte wegen fahrlässiger Tötung
Nach dem tödlichen Ausgang nahm die spanische Polizei Ermittlungen wegen fahrlässiger Tötung auf. Owono war nach dem Zusammenprall des Feldes verwiesen worden. Nach spanischem Recht wird bei fahrlässiger Tötung zwischen grober und weniger grober Fahrlässigkeit unterschieden.
Bei einer Verurteilung wegen grober Fahrlässigkeit droht eine Freiheitsstrafe von einem bis zu vier Jahren, bei weniger grober Fahrlässigkeit eine Geldstrafe. Für die strafrechtliche Bewertung reicht der tragische Ausgang allein jedoch nicht aus. Geprüft wird, ob im sportlichen Zweikampf eine Sorgfaltspflicht verletzt wurde.
Video und Gutachten sind für den Fall entscheidend
Für die Rekonstruktion des Ablaufs spielen Videoaufnahmen und medizinische Untersuchungsberichte eine zentrale Rolle. Laut Focus verwies ein Rechtsanwalt darauf, dass ein Fußballplatz kein rechtsfreier Raum sei, zugleich bedeute die laufende Untersuchung noch keinen konkreten Tatverdacht gegen den Torwart.
Entscheidend ist, ob Owono eine realistische Chance auf den Ball hatte, wie kontrolliert er in den Zweikampf ging und ob die Kollision vermeidbar gewesen wäre. Auch ein rechtsmedizinisches Gutachten soll klären, welche Verletzungen unmittelbar durch den Aufprall entstanden und wie sie zum Tod des Stürmers führten.
Beerdigung und öffentliche Trauerfeier sind geplant
Während die Ermittlungen laufen, steht bei CD Teneriffa der Abschied von Jesús de Miguel im Mittelpunkt. Der Stürmer soll am Donnerstag beerdigt werden. Seine Teamkollegen, der Trainerstab und die Vereinsführung wollen ihn auf seinem letzten Weg begleiten.Für Samstag ist außerdem eine öffentliche Trauerfeier geplant.
Owono schrieb in seiner Erklärung, er könne im Moment an nichts anderes denken als an Jesús und den Schmerz, den alle durchlebten. Am Ende richtete er noch einen letzten Gruß an den verstorbenen Angreifer: „Ruhe in Frieden, Jesús“.