Schauspielerin Muriel Baumeister legt eine schonungslose Beichte ab: In einem Gespräch im Talkformat „Wendepunkte“ des Potsdamer Selbsthilfevereins SEKIZ e. V. beschreibt sie, wie Alkohol über Jahrzehnte ihren Alltag bestimmte. „Ich habe mein Leben lang getrunken“, so die gebürtige Österreicherin.

Was einst als gelegentliches Trinken begann, wurde schleichend zur Krankheit – mit dramatischen Folgen für Gesundheit, Familie und Karriere. Heute lebt sie nach eigenen Angaben seit fast zehn Jahren alkoholfrei und blickt mit klaren Worten auf die dunkelsten Kapitel ihres Lebens zurück.

Muriel Baumeister über extreme Trinkmengen

Besonders eindrücklich schildert Baumeister, wie sehr sich ihr Körper an hohe Dosen Alkohol gewöhnt hatte. „Ich war mal mit Freunden unterwegs, da habe ich zehn Gin Tonic getrunken, ohne nennenswerte Auswirkungen. Für normale Leute unvorstellbar“, erinnert sie sich. Der Konsum blieb nicht ohne gesundheitliche Konsequenzen: Eine dauerhafte Magenschleimhautentzündung machte ihr zu schaffen.

„Jeden Morgen habe ich mich übergeben, aber danach trotzdem direkt wieder Alkohol, meistens Weißwein, in mich reingeleert“, erzählt sie. Spätestens als sie begann, allein zu trinken und Angst hatte, es könne kein Alkohol mehr im Haus sein, wurde ihr Ausmaß und Gefährlichkeit der Sucht deutlich.

Alkoholfahrt mit Tochter als Schlüsselmoment

Ein Vorfall im Jahr 2016 markierte einen dramatischen Tiefpunkt. Im Oktober fuhr Baumeister mit 1,4 Promille Auto und streifte beim Parken eine Leitplanke – ihre Tochter saß auf dem Beifahrersitz. Verletzt wurde niemand, doch die Situation ging durch die Medien. Rückblickend sagt sie: „Ich habe mich normal gefühlt und das war eigentlich das Schlimme.“ Für sie war klar, dass sie die Kontrolle verloren hatte.

Geschlossene Psychiatrie und Kampf um die Familie

Nach zwei gescheiterten Entzügen ließ sich Baumeister im Oktober 2017 in die geschlossene Psychiatrie der Berliner Charité einweisen. Die Zeit dort beschreibt sie als hart, aber notwendig. Der Entschluss war eng mit ihren drei Kindern verbunden, für die sie Verantwortung übernehmen wollte.

Bereits 2019 sagte sie im Gespräch mit „Bunte“: „Meine Kinder mussten mir Dinge zigmal erzählen, weil ich wegen des Alkohols am nächsten Tag alles vergessen hatte.“ Die Geburt ihrer dritten Tochter habe die Sucht sogar „potenziert“, erzählt sie nun. Eine pränatale Depression habe die Lage zusätzlich verschärft und den Druck erhöht, sich Hilfe zu suchen.