Pontypridd in Wales trauert um einen seiner berühmtesten Söhne: Gitarrist Phil Campbell ist im Alter von 64 Jahren in einem Krankenhaus gestorben. Rund zehn Jahre nach dem Tod von Motörhead-Frontmann Lemmy Kilmister verliert die Rockwelt damit eine weitere prägende Figur der Bandgeschichte.
Wie seine Familie mitteilte, starb Campbell nach einer schweren Operation auf der Intensivstation. Für viele Fans, die seit den Achtzigern mit Motörhead aufgewachsen sind, geht damit ein weiteres Kapitel der eigenen Musikbiografie zu Ende.
Familie von Phil Campbell veröffentlicht emotionales Statement
In einer von seinen Kindern verbreiteten Erklärung wird deutlich, wie schwer der Abschied der Familie fällt. „Mit großer Trauer geben wir den Tod unseres geliebten Vaters Philip Anthony Campbell bekannt, der gestern Abend nach einem langen und tapferen Kampf auf der Intensivstation im Anschluss an eine komplexe, schwere Operation friedlich verstorben ist“, so die Angehörigen laut Bild.
Die Worte zeigen, dass Campbell nicht nur als Musiker, sondern vor allem als Vater eine zentrale Rolle spielte. Details zur Erkrankung oder zur Operation wurden zunächst nicht öffentlich gemacht.
Drei Jahrzehnte Motörhead: Campbells prägende Jahre
Phil Campbell stieß 1984 zu Motörhead und blieb der Band bis zur Auflösung im Jahr 2015 treu. In den letzten zwanzig Jahren war er Lead-Gitarrist und damit maßgeblich am charakteristischen Sound beteiligt. Klassiker wie „Orgasmatron“, „1916“ und „Bastards“ tragen seine Handschrift.
Für viele Hörer der Generation 45 plus sind genau diese Alben eng mit Erinnerungen an Konzerte, Jugendzimmer und Plattensammlungen verbunden. Campbells rauer, zugleich melodischer Stil passte perfekt zu Lemmys markanter Stimme und dem kompromisslosen Bandkonzept.
„Viele Riffs stammen von mir“ – Campbells eigener Blick
Auch Phil Campbell selbst machte deutlich, wie stark er in den kreativen Prozess eingebunden war. In einem Interview mit dem Podcast „“, das 2025 erschien, erklärte er, dass zahlreiche Motörhead-Riffs aus seiner Feder stammten. Damit unterstrich er, dass er nicht nur Begleiter an der Gitarre war, sondern ein wichtiger Songschreiber.
Für Fans, die die Band oft vor allem mit Lemmy verbanden, öffnete diese Aussage einen neuen Blick auf das Innenleben von Motörhead. Die enge musikalische Partnerschaft der beiden prägte den Sound über Jahrzehnte.
Rockwelt würdigt einen der großen Gitarristen
Nach Bekanntwerden des Todes würdigten Musikportale und Wegbegleiter den walisischen Musiker. Das britische Portal „MetalTalk“ bezeichnete Campbell als einen der prägendsten Gitarristen der Rockgeschichte.
Für viele Kolleginnen und Kollegen aus der Szene steht er für handwerklich starkes, ehrliches Gitarrenspiel ohne Effekthascherei – ein Stil, der besonders bei Hörerinnen und Hörern, die mit klassischem Hard Rock und Heavy Metal groß geworden sind, hoch geschätzt wird.
Mit seinem Tod verliert die Rockwelt eine Stimme, die den Sound der Achtziger, Neunziger und 2000er entscheidend mitgeformt hat.