Man kennt ihn als den fröhlichen Frontmann mit dem Schalk im Gesicht, als die Stimme hinter „Alles nur geklaut" und „Du musst ein Schwein sein". Doch der Mann, der heute in Leipzig seinen runden Geburtstag begeht, hat hinter den Kulissen eine ganz andere Geschichte zu erzählen – eine von Furcht, Dankbarkeit und einer Haltung, die ihn nie losgelassen hat.

Sebastian Krumbiegel und der Junge aus dem Thomanerchor

Geboren wurde er am 5. Juni 1966 in Leipzig, in eine Familie, in der die Musik allgegenwärtig war. Seine Mutter leitete das Bach-Museum, seinen Vornamen verdankt er Johann Sebastian Bach. Von 1976 bis 1985 sang Krumbiegel im berühmten Thomanerchor – jenem Chor, den einst Bach selbst leitete. Schon als Schüler gründete er seine erste Band. Die diszipliniert geschulte Stimme von damals trägt ihn bis heute.

Die Prinzen: Sebastian Krumbiegels größter Erfolg

Was als „Die Herzbuben" begann, wurde 1991 zu den Prinzen – und zu einer der erfolgreichsten deutschen Bands überhaupt. Ihre A-cappella-Wurzeln, der freche Humor und Ohrwürmer wie „Millionär" machten sie über Nacht zum Phänomen. Was viele nicht wissen: Trotz des Ruhms blieb Krumbiegel in seiner Heimatstadt, lebt bis heute im Leipziger Stadtteil Schleußig. Kein Hollywood, kein Glamour – ein Prinz, der lieber bodenständig blieb.

Sebastian Krumbiegel und die Angst um seinen Sohn

Dann kam der Moment, der alles relativierte. Sein Sohn wurde auf einer Intensivstation behandelt – für einen Vater die wohl dunkelste vorstellbare Stunde. Krumbiegel hat aus dieser Erfahrung etwas gemacht: 2002 wurde er Schirmherr des Ronald-McDonald-Hauses in Leipzig, einer Einrichtung, in der Eltern schwer kranker Kinder in Klinik-Nähe wohnen können. 15 Jahre lang übernahm er die Patenschaft für ein Apartment. Aus eigener Angst wurde Hilfe für andere.

Sebastian Krumbiegel mit 60: Stimme und Courage

Wer Krumbiegel heute erlebt, sieht einen Mann, der seine Bekanntheit konsequent für etwas einsetzt. Seit Jahren engagiert er sich gegen Rechtsextremismus und Rassismus, sammelte Unterschriften gegen Landminen, ist seit 2022 Botschafter des Deutschen Kinderhilfswerks.

Er spricht offen über schwierige Themen und ermutigt dazu, sich bei seelischen Belastungen Hilfe zu holen. Und der Spaß? Den hat er nicht verloren – 2024 stand er als „Krokodil" bei „The Masked Singer" auf der Bühne und holte den dritten Platz. Mit 60 ist seine Stimme noch da. Und seine Courage erst recht.