Margaret Rutherford (†80) ist vor allem für ihre Darstellung der Legende „Miss Marple“ in den britischen Verfilmungen über die Detektivin bekannt. Aber auch durch den Film „Hotel International“ erlangte sie weltweiten Ruhm, der Streifen brachte ihr 1964 sogar einen Oscar und einen Golden Globe als beste Nebendarstellerin.
Margaret Rutherford: Ein Leben geprägt von Tragödien
Geboren wurde Margaret am 11. Mai 1892 in London. Ihr Leben war von Anfang an von dramatischen Ereignissen überschattet. Wie „margaretrutherford.com“ berichtet, erhielt sie den Nachnamen ihrer Mutter Florence Rutherford, um ihr den Makel des Vaternamens zu ersparen – ihr Vater William Benn galt als geisteskrank und hatte 1883 seinen eigenen Vater, einen Pfarrer, erschlagen.
Margaret war erst drei Jahre alt, als ihre Mutter sich das Leben nahm. Sie wuchs bei ihrer Tante Bessie in London auf, im Glauben, eine Vollwaise zu sein. Im Alter von zwölf Jahren erfuhr sie von der familiären Tragödie und von ihrem noch lebenden Vater, der sich in einer psychiatrischen Anstalt befand.
Der späte Durchbruch als Schauspielerin
Die Schauspiel-Karriere der Britin kam erst sehr spät, im Alter von über 40 Jahren feierte sie erste Theatererfolge. Im Jahr 1961 gelang der damals 69-Jährigen der Durchbruch als „Miss Marple“ in „16 Uhr 50 ab Paddington“. Wegen ihrer schrullig-energischen Auftritte und ihres unverwechselbaren Äußeren wird sie im deutschsprachigen Raum oft als die „englische Adele Sandrock“ bezeichnet, wie „margaretrutherford.com“ erklärt.
Ein besonderes Detail: Rutherford trug bei den Dreharbeiten ihre eigenen Kleider am Set. Rutherford war mit ihrem Co-Star Stringer Davis (†74) verheiratet und kinderlos – adoptierte aber im hohen Alter eine Schriftstellerin, die im Körper eines Mannes geboren wurde und später einer der ersten Menschen war, der sich einer geschlechtsangleichenden Operation unterzog.
Margaret Rutherfords Tod nach schwerer Krankheit
Margaret Rutherford litt im hohen Alter an Alzheimer. Kurz nach ihrem 80. Geburtstag, am 22. Mai 1972, verstarb sie in Chalfont St. Peter in der englischen Grafschaft Buckinghamshire. Die Todesursache war eine Lungenentzündung.
Ihre letzte Ruhestätte fand die Schauspielerin auf dem St. James Friedhof in Gerrards Cross, wie „margaretrutherford.com“ berichtet. Die Grabinschrift „A Blithe Spirit („Ein heiterer Geist“) erinnert an eine ihrer großen Bühnenrollen – eine passende Hommage an eine Frau, die trotz aller Schicksalsschläge zur Legende wurde.