Marlon B., früher Teil der Söhne Mannheims, ist offenbar auf Jamaika bei einem tödlichen Angriff ums Leben gekommen. Mehrere Berichte aus dem Land nennen den 60-Jährigen als Opfer eines Schusswaffenangriffs in Robins Bay im Norden der Insel. Dort betrieb er zuletzt eine Bar. Nach den vorliegenden Angaben stürmten bewaffnete Männer das Lokal und eröffneten das Feuer. Eine offizielle Mitteilung der Band lag zunächst nicht vor. Auf den Social-Media-Kanälen der Gruppe fand sich dazu vorerst ebenfalls kein Eintrag.

Angriff auf Bar fordert drei Todesopfer

Nach den vorliegenden Informationen fuhren die Täter am Mittwoch gegen 16.40 Uhr mit einem Auto vor, betraten die Bar und schossen. Neben dem Barbesitzer starb ein 22-Jähriger im Lokal, ein 42-jähriger Mann wurde vor dem Gebäude getötet. Die Angreifer flüchteten anschließend.

Die jamaikanische Polizei übergab den Fall an die Major Investigation Division. Das Motiv war zunächst unklar. Wie heute.at berichtet, wurden die Hintergründe des Angriffs vor Ort von der Mordkommission aufgenommen und werden weiter geprüft.

Söhne Mannheims prüfen die Nachricht

Eine Bestätigung aus dem direkten Umfeld der Band stand zunächst aus. Laut RTL erklärte ein Sprecher der Söhne Mannheims, die Nachricht sei über ein jamaikanisches Radio übermittelt worden und werde als glaubwürdig eingeschätzt. Zuvor hatte auch der Journalist Tobias Huch auf X über den Fall geschrieben und einen Bericht der jamaikanischen Zeitung „Gleaner“ verlinkt.

In seinem Beitrag hieß es, der Sänger sei in Jamaika erschossen worden, wo er eine Bar betrieben habe. Eine eigene öffentliche Erklärung des Kollektivs lag zunächst nicht vor.

Marlon B. gehörte viele Jahre zum Kollektiv

Der Musiker mit Wurzeln in Jamaika war über lange Zeit Teil der Söhne Mannheims. Spätestens 2009 gehörte er fest zum Mannheimer Musikkollektiv, nach anderen Angaben war er bereits auf dem Debütalbum „Zion“ aus dem Jahr 2000 zu hören. Auf dem Album „Iz On“ wurde er als Rapper unter seinem vollständigen Namen Marlon B. James geführt.

Er brachte Reggae- und Patois-Einflüsse in den Sound der Gruppe ein und schrieb auch an Songs mit, darunter „Gesucht & Gefunden“ aus dem Jahr 2012.

Rückzug zwischen 2017 und 2018

Auch nach dem Ausstieg von Xavier Naidoo und Michael Herberger im Jahr 2017 blieb der Rapper zunächst Teil der Formation und wirkte am Neustart mit. Zwischen 2017 und 2018 zog er sich schrittweise aus dem aktiven Bandgeschehen zurück.

Zu den bekannten Liedern, bei denen er mit der Gruppe auf der Bühne stand, zählen „Geh davon aus“, „Vielleicht“, „Und wenn ein Lied“ und „Das hat die Welt noch nicht gesehen“. n-tv.de schrieb, dass er zuletzt kein aktives Mitglied des Kollektivs mehr gewesen sei.