Die Filmwelt trauert um Schauspieler Robert Carradine, der im Alter von 71 Jahren gestorben ist. Der Darsteller aus „Revenge of the Nerds“ und „Lizzie McGuire“ nahm sich nach Angaben seiner Familie das Leben, nachdem er über viele Jahre mit einer bipolaren Störung gelebt hatte, wie theguardian.com berichtet.
In einem gemeinsamen Statement beschreibt die Familie Carradine als „Licht für alle um ihn herum“ und spricht von einem „unfassbaren Verlust“. Gleichzeitig betonen die Angehörigen, wie wichtig es ihnen ist, die Stigmatisierung psychischer Erkrankungen zu durchbrechen – und verbinden ihre Trauer mit einem eindringlichen Appell.
Keith Carradine würdigt Kampf des Bruders
Schauspieler Keith Carradine sprach offen über die psychische Erkrankung seines jüngeren Bruders. „Wir wollen, dass die Menschen es wissen, und es gibt keine Scham darin“, erklärte er laut variety.com. Er wolle Robert dafür würdigen, wie er mit seiner Krankheit umgegangen sei, und seine „wunderschöne Seele“ feiern.
Keith erinnert sich an einen „tief begabten“ Menschen, der für seine Weisheit, Toleranz und seinen Humor geliebt wurde. Der Tod des Halbbruders David Carradine im Jahr 2009 hatte Robert schwer getroffen; in späteren Interviews schilderte er, dass seine eigene Erkrankung dadurch ausgelöst worden sei.
Karriere von Western bis „Lizzie McGuire“
Robert Carradine wurde 1954 als jüngster Sohn von Schauspieler John Carradine geboren und wuchs in einer Künstlerfamilie auf. Sein Filmdebüt feierte er 1972 im Western „The Cowboys“ an der Seite von John Wayne. Es folgten Rollen in „Coming Home“ und Martin Scorseses „Mean Streets“. 1980 stand er mit seinen Brüdern David und Keith in „The Long Riders“ vor der Kamera, in dem mehrere berühmte Brüderpaare historische Outlaw-Familien verkörperten.
Internationalen Kultstatus erreichte er 1984 mit der College-Komödie „Revenge of the Nerds“, in der er Hauptfigur Lewis Skolnick spielte und für mehrere Fortsetzungen zurückkehrte.
Vaterfigur in „Lizzie McGuire“ prägt neue Generation
Anfang der 2000er wurde Carradine für ein jüngeres Publikum zur TV-Vaterfigur: In der Disney-Serie „Lizzie McGuire“ spielte er Familienoberhaupt Sam McGuire und stand in 65 Episoden mit Hilary Duff vor der Kamera.
Weitere Projekte umfassten Filme wie „Escape from L.A.“, „The Big Red One“, „Body Bags“ und einen Auftritt in Quentin Tarantinos „Django Unchained“. Aus seiner Beziehung mit Susan Snyder stammt Tochter Ever Carradine, die ebenfalls als Schauspielerin arbeitet. Mit seiner späteren Ehefrau Edith Mani bekam er zwei weitere Kinder, bevor die Ehe nach 25 Jahren geschieden wurde.
Hilary Duff und Jake Thomas nehmen rührend Abschied
Besonders emotional fallen die Reaktionen seiner „Lizzie McGuire“-Familie aus. „Das tut weh“, schrieb Schauspielerin Hilary Duff auf Instagram. Es sei „sehr schwer, diese Realität über einen alten Freund zu akzeptieren“. Sie erinnerte sich an die Wärme am Set und daran, wie sehr sie sich von ihren TV-Eltern behütet fühlte. „Ich bin für immer dankbar dafür“, so Duff, die ihr Mitgefühl der Familie aussprach.
Serien-Sohn Jake Thomas nannte Carradine „einen der coolsten Typen, die man je treffen konnte“ und betonte: „Mehr als alles andere war er Familie.“ Er habe viele gemeinsame Momente – schöne, herausfordernde und voller Lachen – im Herzen bewahrt.
Hier bekommen Sie umgehend Hilfe
Wenn Sie selbst depressiv sind oder Selbstmord-Gedanken haben, kontaktieren Sie bitte umgehend die Telefonseelsorge (www.telefonseelsorge.de).
Unter der kostenlosen Hotline 0800-1110111 oder 0800-1110222 erhalten Sie Hilfe von Beratern, die Auswege aus schwierigen Situationen aufzeigen können.