Skispringer Johann André Forfang (30) steht vor den Olympischen Winterspielen in Mailand und Cortina d’Ampezzo im Mittelpunkt – sportlich und privat. Der 30-jährige Norweger bereitet sich auf seinen nächsten großen Auftritt vor. Die Spiele in Italien sind für ihn weit mehr als nur ein weiterer Wettkampf: Sie sind ein zutiefst persönliches Kapitel seiner Karriere.
Johann André Forfang: Sein Vater stirbt kurz vor Olympia
Erst wenige Tage vor Beginn der Winterspiele starb sein Vater Hugo Forfang (†68) überraschend. Der Norweger befand sich zu diesem Zeitpunkt beim Weltcupspringen in Willingen im Sauerland, wo die Skispringer ihre Olympia-Generalprobe absolvierten, wie „eurosport.de“ berichtet.
Der Verlust traf den 30-Jährigen mitten in der entscheidenden Phase seiner Vorbereitung. Dennoch hält er an seinem Plan fest, in Mailand und Cortina anzutreten – ein Schritt, der ohne die Unterstützung seiner Familie kaum möglich wäre.
Johann André Forfang erfüllt letzten Wunsch seines Vaters
Um Forfang die Teilnahme an den Winterspielen zu ermöglichen, verschob seine Familie die Beisetzung von Hugo Forfang bewusst auf einen Termin nach dem Großereignis. „Ich bin erleichtert, dass ich nicht zwischen Olympia und der Beerdigung wählen muss“, sagte der Norweger dem norwegischen TV-Sender NRK.
Der Skisprung-Enthusiast Hugo hatte sich ausdrücklich gewünscht, dass sein Sohn nach Italien reist. Für Johann Andre ist dieser Rückhalt entscheidend, um trotz Trauer den Fokus auf den Sport zu richten und den gemeinsamen Traum weiterzuverfolgen.
„Gemeinsames Projekt“ mit dem verstorbenen Vater
Forfang beschreibt die Spiele in Mailand und Cortina als ein „gemeinsames Projekt“ mit seinem Vater. „Es war ein großer Wunsch meines Papas, dass ich zu den Olympischen Spielen reise und unser gemeinsames Projekt zu Ende bringe“, erklärte er. Er habe fest damit gerechnet, dass Hugo die Titelkämpfe noch miterleben würde.
„Es ist unwirklich und unglaublich schwer, dass er das nicht mehr miterleben darf“, so der Sportler weiter. Auf Instagram schrieb er zuvor: „Papa war mein Held und mein moralischer Kompass“ – Worte, die zeigen, wie eng die Bindung zwischen beiden war.
Forfang widmet restliche Karriere seinem Vater
Aus der Trauer zieht der Norweger nun neue Kraft. Forfang kündigte an, seine sportliche Laufbahn im Andenken an seinen Vater fortzusetzen. „Ab jetzt werde ich für den Rest meiner Karriere für meinen Vater springen“, sagte er gegenüber NRK.
Der frühere Einzel-Silbermedaillengewinner und Team-Olympiasieger will damit nicht nur in Mailand und Cortina, sondern auch in den kommenden Jahren jedes Springen zu einer Hommage an Hugo machen. Für den 30-Jährigen werden die Olympischen Winterspiele damit zu einem emotionalen Wendepunkt – sportlich und privat.