Manche Gesichter vergisst man einfach nicht. Wer in den frühen 90ern vor dem Fernseher saß und die Rettungsschwimmer von Malibu am Strand patrouillieren sah, erinnert sich ganz bestimmt an ihn: den Mann mit den schulterlangen Haaren, den blauen Augen und diesem charmant-rebellischen Grinsen, das so vielen Frauen damals den Kopf verdreht hat.
Heute ist John Allen Nelson wieder auf dem Bildschirm – nur tauscht er den roten Badeanzug gegen die warme Vaterrolle und Malibu gegen die romantischen Wälder von Virgin River.
John Allen Nelson wurde mit „Baywatch" zum Frauenschwarm
Der gebürtige Texaner, Jahrgang 1959, gehörte in der ersten Staffel der Serie von 1989/90 zum festen Hauptcast. Als Lifeguard J.D. Cort, ein ehemaliger Navy Seal mit Hang zum Regelbruch, war er einer dieser klassischen Bad Boys mit weichem Kern – loyal, charmant, mit einer kleinen Schwäche für krumme Geschäfte. Die Zuschauerinnen liebten ihn genau dafür.
In den folgenden Staffeln kehrte Nelson immer wieder für Gastauftritte zurück, bevor seine Figur mit einer seltenen Augenerkrankung geschrieben wurde und den Strand schweren Herzens verlassen musste. Eine berührende Geschichte, die vielen Fans bis heute im Gedächtnis geblieben ist. Auch im Reunion-Film „Baywatch: Hochzeit auf Hawaii" (2003) tauchte er noch einmal im roten Badeanzug-Universum auf – zur großen Freude aller, die ihn vermisst hatten.
John Allen Nelson nach „Baywatch" mit beeindruckender TV-Karriere
Was viele nicht wissen: Nelson war schon vor „Baywatch" ein echter Serienliebling. In der Kultsoap „California Clan" spielte er zwischen 1984 und 1986 in rund 180 Folgen den Frauenhelden Warren Lockridge und ließ die Herzen der deutschen Vorabend-Fans höherschlagen. Und selbst die Fans von „Friends" kennen ihn – im allerersten Pilotfilm von 1994 tauchte er als „Paul, der Wein-Typ" auf, Monicas vielleicht schlechtestes Date aller Zeiten.
Später folgten Rollen in Serien wie „24", „Grey's Anatomy", „CSI: Miami", „Criminal Minds" und „Castle". Eine Karriere, die sich über mehr als vier Jahrzehnte spannt – und die immer noch nicht zu Ende erzählt ist.
John Allen Nelson heute: Herzensrolle bei „Virgin River"
Seit 2023 hat Nelson eine neue Rolle, die besonders die treuen „Virgin River"-Fans zu Tränen rührt. In der Romantik-Serie verkörpert er Everett Reid – den leiblichen Vater der Hauptfigur Mel Monroe, gespielt von Alexandra Breckenridge. Eingeführt wurde die Figur im Weihnachts-Special der fünften Staffel, in dem Mel auf Spurensuche nach ihrem echten Vater geht. Was als vorsichtige, fast scheue Annäherung begann, wurde in Staffel sechs zu einer der berührendsten Storylines der gesamten Serie.
Everett erzählt Mel in Rückblenden die Liebesgeschichte mit ihrer verstorbenen Mutter Sarah, lernt ihren Verlobten Jack kennen – und führt seine Tochter am Ende sogar zum Altar. Eine späte Vater-Tochter-Geschichte, wie sie ergreifender kaum sein könnte. Kein Wunder, dass die Zuschauerinnen gerade diese Szenen nicht ohne Taschentuch durchstehen.
John Allen Nelson privat glücklich verheiratet
Auch privat hat der Schauspieler längst sein Happy End gefunden. Seit 2007 ist Nelson mit der Schauspielerin und Synchronsprecherin Justine Eyre verheiratet. Den Heiratsantrag machte er ihr übrigens auf die wohl romantischste Art überhaupt: bei einer Runde Scrabble im Kerzenschein, kurz vor Weihnachten 2006. Eine Geschichte, die direkt aus einem Liebesfilm stammen könnte.
Das Paar hat einen gemeinsamen Sohn. Aus einer früheren Ehe mit der Schwedin Åse Samuelsson hat Nelson zwei weitere Kinder. Ein liebevoller Vater im echten Leben – was seinen emotionalen Auftritten als Everett bei „Virgin River" noch einmal eine ganz besondere Tiefe verleiht.
Vom sonnengebräunten Rettungsschwimmer am Strand von Malibu zum sanften Serien-Papa in den Wäldern von Virgin River – John Allen Nelson beweist, dass echte Ausstrahlung nicht mit den Jahren verblasst. Im Gegenteil: Sie reift, gewinnt an Tiefe und berührt uns heute vielleicht mehr denn je.