Cassandra Wilson ist tot. Die Grammy-prämierte Jazz-Sängerin, Songwriterin und Produzentin starb am frühen Mittwochmorgen in Jackson, Mississippi, wie Variety mitteilt. Eine Todesursache wurde zunächst nicht genannt. Ihr langjähriger Manager Robert Torre teilte mit, sie sei friedlich zu Hause gestorben, im Kreis von Familie, engen Freunden und ihm selbst. In der Erklärung bat das Umfeld zugleich um Privatsphäre. Wilson wurde 70 Jahre alt und galt über Jahrzehnte als markante Stimme des US-Jazz mit Einflüssen aus Blues und Funk.
Robert Torre bestätigt den Tod zu Hause
„Mit tiefer Traurigkeit geben wir den Tod von Cassandra Wilson bekannt, der Grammy-prämierten und legendären Jazz-Künstlerin“, so Robert Torre laut Variety. Weiter hieß es, die Sängerin sei friedlich zu Hause gestorben, umgeben von Familie, engen Freunden und ihrem Manager. Wilson wurde in Jackson im US-Bundesstaat Mississippi geboren und blieb mit ihrer Heimat eng verbunden. Im Lauf ihrer Karriere erhielt sie zwei Grammys. 1997 gewann sie für „New Moon Daughter“, 2009 für „Loverly“, jeweils in einer Jazz-Kategorie.
Früher Start in Mississippi und Umzug nach New York
Musik begleitete sie schon früh. Sie wurde am 4. Dezember 1955 als Tochter des Jazz-Gitarristen Herman B. Fowlkes und einer Grundschullehrerin geboren. Mit sechs Jahren spielte sie Klavier, mit zwölf griff sie zur Gitarre, später sang sie professionell. An der Jackson State University machte sie einen Abschluss in Massenkommunikation. 1982 zog sie mit ihrem damaligen Ehemann Anthony Wilson nach New York. Dort gründete sie mit Saxofonist Steve Coleman das Kollektiv M-Base, zu dem auch Geri Allen und Greg Osby gehörten.
Blue Note machte Cassandra Wilson international prägend
Ihr Solo-Debüt „Point of View“ erschien 1986. Danach folgten mehrere weitere Projekte, bevor sie 1993 bei Blue Note Records „Blue Light ’Til Dawn“ veröffentlichte. Das Album verband Blues, Jazz und Pop und wich von klassischen Jazz-Konventionen ab. Später setzte sie diesen Weg mit eigenen Stücken und Neuinterpretationen fort. Sie sang Songs von Neil Young, Cyndi Lauper, Bob Dylan, Van Morrison, Joni Mitchell und U2. Ihr letztes Soloalbum „Coming Forth by Day“ erschien 2015 als Hommage an Billie Holiday.