Sängerin und Moderatorin Ina Müller hat in einem Podcast sehr offen über eine Seite ihres Lebens gesprochen, die viele eher hinter ihrer schlagfertigen und souveränen Bühnenpräsenz nicht vermuten würden.

Die 60-Jährige schildert, wie stark Panikattacken ihren Alltag und ihre Arbeit geprägt haben – nicht nur beim Fliegen, sondern sogar während Auftritten. Gerade das macht ihre Aussagen so eindringlich: Selbst in Momenten, in denen sie vor Publikum funktionieren musste, geriet ihr Körper an Grenzen.

Ina Müller spricht über Panikattacken auf der Bühne

Besonders belastend waren für Ina Müller die Situationen, in denen die Angst mitten auf der Bühne einsetzte. Im Podcast „Feinstoff“ von Guido Maria Kretschmer erklärte sie, dass sie ihrer Band in solchen Momenten sogar Zeichen geben musste. „Wenn ich schiele, nur noch eine Zugabe. Weil du bist ja kurz vor dem Umkippen", so Ina Müller.

Damit machte sie deutlich, wie ernst die Lage während einzelner Auftritte war. An normales Singen sei dann kaum noch zu denken gewesen, weil die Atmung nicht mehr richtig funktionierte und jeder weitere Moment enorme Kraft kostete.

Flugangst begleitet die Sängerin bis heute

Nicht nur live vor Publikum, auch in der Luft erlebt die Entertainerin bis heute schwierige Momente. Fliegen vermeidet sie nach Möglichkeit, weil die Angst dort besonders heftig werden kann: „Ich bin dann aufgelöst. Ich kann dann nicht mehr. Irgendwann kann man dann aber nicht mehr weinen und du kannst auch keine Angst mehr haben, dann ist es okay.“

Trotzdem kam ein Rückzug für sie nie infrage. Für Ina Müller war früh klar, dass ein Nachgeben der Panik langfristig noch mehr Raum gegeben hätte. Gerade deshalb hielt sie an Auftritten fest und zwang sich dazu, weiterzumachen, selbst wenn der innere Druck enorm wurde.

Die 60-Jährige lehnt Tabletten bewusst ab

Bemerkenswert ist auch, wie bewusst Ina Müller mit dem Thema Behandlung umgeht. Die gelernte pharmazeutisch-technische Assistentin, die früher in einer Apotheke auf Sylt gearbeitet hat, hatte Medikamente zwar griffbereit, entschied sich aber gegen eine dauerhafte Einnahme.

Stattdessen setzte sie auf andere Wege, darunter auch therapeutische Unterstützung. Ihr Ziel war es, die Kontrolle über den eigenen Kopf nicht abzugeben. Diese Haltung zieht sich durch ihre gesamten Aussagen: nicht verdrängen, nicht weglaufen, sondern sich der Angst stellen.

Wut half Ina Müller zurück zur Kontrolle

Am meisten geholfen habe ihr am Ende eine innere Wende: Wut auf die Panik. Statt sich von ihr einschüchtern zu lassen, begann Ina Müller, ihr innerlich entgegenzutreten. „Ich will keine Tabletten dagegen nehmen, gegen meinen Kopf, meine Psyche. Ich bin stark", sagte Ina Müller. Heute sei das Gefühl zwar manchmal noch da, sitze ihr im Nacken und lasse sich spüren. Doch die frühere Macht habe es verloren. Wenn die Angst auftauche, singe sie weiter.