Traurige Gewissheit auf Gran Canaria: Eine Frauenleiche, die bereits vor längerer Zeit in einer abgelegenen Schlucht entdeckt worden war, konnte nun identifiziert werden. Bei der Toten handelt es sich um Annabella Lovas.
Die Influencerin, Fernsehmoderatorin und Finalistin der ungarischen Ausgabe von „Der Bachelor“ wurde in einem schwer zugänglichen Canyon im Süden der Insel gefunden. Der Fundort gilt als gefährlich: raue Felsen, steile Wände, enge Kletterpfade und fehlender Handyempfang machen das Gebiet zu einem Ort, an dem Rettungseinsätze oft nur per Hubschrauber möglich sind.
Annabella Lovas in Canyon El Berriel gefunden
Entdeckt wurde der Leichnam bereits am 6. März des vergangenen Jahres von Bergsteigern im Canyon El Berriel. Die Frau lag zwischen Felsen, von der Taille abwärts unbekleidet und mit dem Kopf nach unten in einem Naturpool.
Wegen des weit fortgeschrittenen Verwesungszustands war eine schnelle Identifizierung nicht möglich. Auch Ermittlungen über Tattoos führten zunächst nicht weiter. Mehr als ein Jahr lang blieb unklar, wer die Tote war. Wie Bild berichtet, rätselten die Behörden über ihre Identität, während der Fall auf der Ferieninsel viele Fragen offenließ.
Identifizierung gelang über einen Backenzahn
Den entscheidenden Hinweis lieferte schließlich ein zahnmedizinischer Abgleich. Spanische Medien zufolge konnte ein Backenzahn mit den Daten einer als vermisst gemeldeten Ungarin abgeglichen werden. So stand fest, dass es sich um die 32-Jährige handelte.
„Das Gebiss ist wie ein Fingerabdruck: Es weist ganz eigene charakteristische Merkmale auf. Es ist eines der widerstandsfähigsten Elemente gegenüber Witterungs- und Umwelteinflüssen“, so Polizeichef Pablo Fernandez Sala laut Daily Mail. Zuvor war sogar Interpol in die Ermittlungen eingebunden worden, um die Identität der Frau zu klären.
TV-Finalistin zog nach Krebserkrankung auf die Insel
Annabella Lovas war in Ungarn durch ihre Teilnahme an „Der Bachelor“ einem größeren Publikum aufgefallen. Im Jahr 2021 erreichte sie das Finale der Sendung. Danach arbeitete sie als Moderatorin und Influencerin. Nach einer Krebserkrankung entschied sie sich für einen Neuanfang und zog nach Gran Canaria. Dort wollte sie offenbar ein anderes Leben beginnen.
Umso schwerer wiegt nun die Nachricht über ihren Tod. Dass ihre Familie so lange keine Gewissheit hatte, macht den Fall besonders tragisch und verleiht der Identifizierung eine zusätzliche emotionale Dimension.
Ermittler prüfen mögliche Sturzflut als Ursache
Noch immer ist nicht jedes Detail des Falls geklärt. Im Raum steht die Möglichkeit, dass Annabella Lovas von einer Sturzflut erfasst wurde. Der Canyon gilt als unberechenbar, gerade bei plötzlichen Wetterumschwüngen kann die Lage dort schnell lebensgefährlich werden.
Ob es tatsächlich so zu ihrem Tod kam, ist bislang nicht abschließend geklärt. Fest steht jedoch, dass die Bedingungen am Fundort die Ermittlungen erheblich erschwerten. Mit der Identifizierung endet zwar das lange Rätsel um die Tote, doch die genauen Umstände ihres Sterbens werfen weiter Fragen auf.