Christiane König war für viele Filmfans vor allem eines: Teil der „Immenhof“-Mädchen. Die Schauspielerin und Tänzerin starb am 3. September 2024 in Palma de Mallorca im Alter von 91 Jahren. Geboren wurde sie 1932 in Hamburg, zunächst unter dem Namen Siglinde König.

Schon früh bestimmte der Tanz ihr Leben. Mit zwölf Jahren begann sie ihre Ausbildung, später stand sie als Tänzerin in Aachen und Hamburg auf der Bühne. Erst danach öffnete sich für sie der Weg zum Film.

Christiane König wurde 1955 zum Immenhof-Gesicht

Ihr Filmdebüt gab Christiane König 1954 in „Männer im gefährlichen Alter“, noch im selben Jahr folgten „Tanz in der Sonne“ und „Der Froschkönig“. Den größten Platz in der Erinnerung vieler Zuschauer nahm jedoch ihre Rolle als Angela in „Die Mädels vom Immenhof“ ein.

Dort spielte sie die ältere Schwester der Figuren von Heidi Brühl und Angelika Meissner.Ich war damals sehr jung und hinsichtlich Filmen unerfahren. Ich verstand mich sehr gut mit Heidi Brühl und Margarete Haagen. Margarete half mir auch, mich am Set einzufinden. Heidi wollte Tänzerin werden. Ich hatte ja eine Tanzausbildung und hab ihr dann immer ein paar Schritte gezeigt“, erinnerte sie sich einige Jahre vor ihrem Tod in der „Bild“

Geplant war für sie danach noch mehr: Sie erhielt einen Dreijahresvertrag und sollte ursprünglich sogar die Hauptrolle in „Liane, das Mädchen aus dem Urwald“ übernehmen. In den weiteren Immenhof-Filmen war sie dann allerdings nicht mehr dabei.

Wie sie im „Bild“-Interview offenbarte, sollen der Grund dafür Avancen des „Immenof“-Produzenten gewesen sein, die die Schauspielerin jedoch ausschlug. Es folgte ein Rechtsstreit, den sie gewann, aber: „Danach waren erst mal alle Türen zu Filmproduktionen für mich verschlossen.“

Christiane König zog sich für die Liebe nach Ibiza zurück

1960 war Christiane König noch in „Das kunstseidene Mädchen“ und an der Seite von Peter Alexander in „Ich zähle täglich meine Sorgen“ zu sehen. Parallel spielte sie unter anderem am Jungen Theater und an der Kleinen Komödie in Hamburg.

1963 änderte sich ihr Leben grundlegend: Sie heiratete Austin Armbrecht, den sie im Urlaub kennengelernt hatte, zog zu ihm nach Ibiza und beendete ihre Karriere. Dort führte ihr Mann ein Hotel, später kümmerte sie sich vor allem um die Vermietung von Ferien-Apartments.

Wir hatten ein kleines Hotel und da konnte ich jeden Abend eine Rolle spielen – die der Gastgeberin“, verriet sie der „Bild“.

Weil sie sich Anfang der 60er-Jahre fast vollständig aus dem Rampenlicht zurückzog, galt Christiane König für viele lange als verschwunden. Nach dem Tod ihres Mannes Anfang der Neunziger verlagerte sie ihren Lebensmittelpunkt gemeinsam mit ihrer Tochter nach Mallorca.

Christiane König kehrte 2016 noch einmal vor die Kamera zurück

Viele Jahre später kam es doch noch zu einer Rückkehr vor die Kamera: 2016 spielte sie im auf Mallorca entstandenen Kurzfilm „Martha“ die die Rolle der Großmutter. 2020 veröffentlichte sie zudem ihre Autobiographie „Ich wollte immer nur tanzen: Das letzte Mädel vom Immenhof.“ Darin schloss sich ein Kreis zu ihrer frühen Laufbahn, die mit Tanz, Theater und einem Filmklassiker begonnen hatte. Mit ihrem Tod endete 2024 auch das Leben einer Darstellerin, die lange eng mit „Immenhof“ verbunden blieb.