Hubert Aiwanger (55) soll laut „Bild“ tot in einem Berliner Hotel gefunden worden sein. Eine offizielle Bestätigung liegt nicht vor. Der bayerische Wirtschaftsminister trat in der Öffentlichkeit meist laut und kämpferisch auf. Sein Privatleben hielt er dagegen weitgehend heraus. Das ist öffentlich bekannt:

Die Partnerin: ein Paar aus der Politik

Aiwanger war mit Tanja Schweiger liiert, die wie er bei den Freien Wählern aktiv ist. Sie arbeitete zunächst bei einer großen deutschen Bank und kandidierte 2007 auf Drängen eines Parteifreundes als Landrätin. Seit 2014 ist sie Landrätin des Landkreises Regensburg und leitet dort rund 700 Mitarbeiter.

Wann die beiden zusammenkamen, ist offen. Schweiger nannte es 2021 in der „Bunten“ „ein bisserl ein Geheimnis“. Aiwanger sagte 2020 der „Abendzeitung“, man habe sich vor der Landtagswahl 2008 kennengelernt und die Beziehung bis 2012 nicht öffentlich gemacht, weil er damals Fraktionschef war und beide in derselben Fraktion saßen.

Nicht verheiratet

Nach früheren Berichten sind die beiden nicht verheiratet. Aiwanger sagte 2020: „Das passt so, wie es ist“, Schweiger sehe das genauso. Auf die Frage nach einem Heiratsantrag sagte er, er finde einen Weg, rote Rosen seien ihm aber zu übertrieben: „Ich bin eher nicht so übertrieben romantisch.“ 

Selten gemeinsam im Termin-Kalender

Gemeinsame Auftritte waren die Ausnahme. Schweiger sagte der „Bunten“ 2021, man begleite sich selten zu Terminen, weil sonst kaum noch ruhige Minuten blieben. Beide hätten Verständnis für den vollen Kalender des anderen.

Ein öffentlicher Moment: die Flugblatt-Affäre

Am 1. September 2023 stellte sich Schweiger öffentlich hinter ihren Partner. Gegenüber dem Sender „Welt“ sagte sie, Aiwanger sei über die Vorwürfe „wirklich erschüttert“. Er sei jemand, „der integriert und nicht ausgrenzt“. Sie bekomme E-Mails von „wildfremden Leuten“, die schrieben: „Der soll durchhalten, wir setzen auf ihn.“ Und weiter: „Die Solidarität wird täglich größer.“

Die Söhne

Das Paar hat zwei Söhne. Zum Schutz der Kinder machen wir keine weiteren Angaben. Aiwanger sagte 2020, er verbringe im Schnitt ein bis zwei Stunden täglich mit der Familie, am Wochenende mehr. Er bringe den jüngeren Sohn jeden zweiten Morgen in den Kindergarten und beim Essen koche er auch mal, meist Fleisch, Rührei oder Wild. Strenge sei nicht sein Ding: „Ich habe lieber Freude als ständig zu schimpfen.“ 

Alltag in der Familie

Nach Schweigers Schilderung von 2021 lebte die Familie in einem Dreigenerationenhaus bei Regensburg, zusammen mit Schweigers Eltern. Ohne deren Hilfe, sagte sie, „würde es nicht gehen“. Als Freizeit nannte sie Schwimmen und Freunde, früher ritt sie 30 Jahre lang.

Aiwanger liebte Wald und Jagd und saß dafür stundenlang auf dem Hochsitz. Urlaub war eher kurz: ein paar Tage im Familienhotel in Bayern, Wochenenden auf dem Hof der Eltern, Zoo, Restaurant, Wandern. Diese Angaben stammen allerdings aus 2020 und 2021.

Die Herkunft

Aiwanger wuchs auf dem Schweinezuchthof seiner Eltern in Rahstorf bei Rottenburg an der Laaber (Niederbayern) auf. Sein Vater war wie er im Jagdverband aktiv. Aiwanger selbst war Vorsitzender der Jagdverbands-Kreisgruppe Rottenburg.

Er hat einen etwa gleichaltrigen Bruder, Helmut, der als Büchsenmacher ein Waffengeschäft führt, und eine rund zehn Jahre jüngere Schwester. Helmut Aiwanger bekannte sich 2023 in der Flugblatt-Affäre gegenüber der Mediengruppe Bayern als Verfasser des umstrittenen Flugblatts.

Verwurzelt

Heimat, Jagd und der elterliche Hof prägten sein Leben, auch als er Minister in München war.