Hollywood hat eine seiner markantesten Charakter-Stimmen verloren: Schauspieler James Tolkan ist im Alter von 94 Jahren in seinem Haus im US-Bundesstaat New York gestorben. Wie unter anderem Bild berichtet, sei der Darsteller am Donnerstag friedlich in Saranac Lake eingeschlafen, eine genaue Todesursache wurde nicht genannt. Bekanntgegeben wurde sein Tod auf der offiziellen „Zurück in die Zukunft“-Webseite sowie von Autor und Produzent Bob Gale. Für Generationen von Filmfans war Tolkan das Gesicht strenger Autoritäten – und zugleich ein vertrauter Fixpunkt großer Blockbuster.

James Tolkan als strenger Mr. Strickland

Unsterblich wurde Theater- und Filmschauspieler James Tolkan durch seine Rolle als kompromissloser Schulmann Mr. Gerald Strickland in der „Zurück in die Zukunft“-Reihe. In den ersten beiden Filmen setzte er Marty McFly, gespielt von Michael J. Fox, mit seinem harten Blick und legendären Standpauken unter Druck. Im dritten Teil kehrte Tolkan als Marshal James Strickland im Jahr 1885 zurück und gab der Familiengeschichte der Stricklands eine neue Ebene. 

Laut Focus galt er am Set als hochprofessionell und präzise, viele Fans feiern seine Auftritte bis heute als unverzichtbaren Teil der Kultfilme.

Kultstatus auch mit „Top Gun“ und „WarGames“

Nicht nur im Zeitreise-Universum hinterließ James Tolkan Spuren. In „Top Gun“ spielte er Air-Group-Commander Stinger Jardian an der Seite von Tom Cruise und Val Kilmer. Mit seiner schneidenden Autorität prägte er den Ton des Actionklassikers entscheidend.

Bereits 1983 war Tolkan im Tech-Thriller „WarGames“ zu sehen, dazu kamen Filme wie „The Amityville Horror“, „Armed and Dangerous“ und zahlreiche Serienauftritte.

Seine Karriere umfasste mehr als fünf Jahrzehnte, seinen letzten Film drehte er 2015 mit dem Western „Bone Tomahawk“. Wie Bild meldet, galt er in Hollywood als verlässlicher Charakterdarsteller, der jeder Nebenrolle Gewicht verlieh.

Vom Navy-Soldaten zum Charakterdarsteller

Bevor James Tolkan auf der Leinwand Karriere machte, diente er im Koreakrieg bei der US Navy. Aufgrund einer Herzerkrankung wurde er aus dem Dienst entlassen – ein Wendepunkt in seinem Leben. Anschließend studierte er Schauspiel an der University of Iowa und zog mit wenig Geld nach New York, um seinen Traum zu verfolgen.

Auf der „Zurück in die Zukunft“-Webseite heißt es im Nachruf, er sei „mit 75 Dollar in der Tasche im Bus nach New York City gefahren, habe an den Docks gearbeitet und sich bei Stella Adler und Lee Strasberg eingeschrieben, um die Kunst der Schauspielerei zu lernen“. Später verlegte er seinen Lebensmittelpunkt nach Kalifornien und Kanada, wo weitere Rollen folgten.

Familienmensch und Tierfreund hinter der Kamera

Abseits des Rampenlichts führte James Tolkan ein stabiles Privatleben. Er hinterlässt seine Ehefrau Parmelee, mit der er 54 Jahre verheiratet war. Kennengelernt hatten sich die beiden 1971 am Set des Off-Broadway-Stücks „Pinkville“. Außerdem bleiben drei Nichten zurück.

Im Nachruf wird besonders seine Liebe zu Tieren hervorgehoben: Es wird darum gebeten, in seinem Namen an Tierheime, Tierschutzorganisationen oder lokale Humane-Society-Gruppen zu spenden.

Wie Focus berichtet, erinnern Weggefährten an einen warmherzigen Kollegen, dessen strenge Filmfiguren im Kontrast zu seinem humorvollen, zugewandten Wesen standen.