Star-Designer Harald Glööckler macht eine schwere gesundheitliche Phase öffentlich: Der 60-Jährige leidet unter Fibromyalgie, einer chronischen Schmerzerkrankung, die als unheilbar gilt. In einem Interview mit „Das neue Blatt“ beschreibt der exzentrische Modeschöpfer, wie sehr ihn die Diagnose belastet. Statt nur mit glamourösen Auftritten und opulenten Looks auf sich aufmerksam zu machen, rückt nun seine Gesundheit in den Vordergrund. Fibromyalgie betrifft Schätzungen zufolge einen kleinen, aber bedeutenden Teil der Bevölkerung in Deutschland – und sorgt bei Betroffenen für einen Alltag, der von Schmerzen und Erschöpfung geprägt ist.

Harald Glööckler beschreibt seinen täglichen Schmerz

„Ich habe am ganzen Körper Schmerzen. Ich habe Kopfschmerzen, Halsschmerzen, alles schwillt an. Die Hände beginnen zu kribbeln und meine Füße werden steif. An manchen Tagen fühle ich mich wie 100 Jahre alt“, so der Designer im Gespräch. Die Symptome treten nicht nur punktuell auf, sondern erfassen den gesamten Körper. Besonders belastend: Die Beschwerden kommen in Phasen, mal stärker, mal schwächer, und lassen sich schwer vorhersagen. Für einen Mann, der beruflich häufig unter Druck steht und regelmäßig im Rampenlicht steht, ist diese Unberechenbarkeit eine enorme Herausforderung.

Chronische Krankheit mit vielen Gesichtern

Fibromyalgie wird auch Weichteilrheuma genannt und gilt als eigenständiges Krankheitsbild. Typisch sind Schmerzen in Muskeln und in der Nähe von Gelenken, häufig im Rücken beginnend und dann in Arme und Beine ausstrahlend. Laut Gala klagen viele Betroffene zusätzlich über Magen- und Darmprobleme, Schlafstörungen, Erschöpfung, Herzrasen oder Konzentrationsschwierigkeiten. Die Ursachen sind bislang nicht eindeutig geklärt, was die Diagnose erschwert. Emotionaler Stress, langanhaltender Schlafmangel oder psychische Belastungen können Schübe verstärken. Viele Erkrankte kämpfen zudem damit, überhaupt ernst genommen zu werden, da äußerlich oft wenig zu erkennen ist.

Tabletten als letzte Hilfe für den Designer

Für Harald Glööckler ist die Behandlung ein mühsamer Prozess. „Mir helfen nur noch Nerventabletten, da es sich um eine Nervengeschichte handelt. Die Ärzte wissen nicht genau, woher es kommt, daher ist es nicht gut behandelbar“, so Glööckler. Eine einheitliche Therapie gibt es nicht, stattdessen müssen Ärztinnen und Ärzte individuell ansetzen. Häufig kommen Schmerzmittel, teilweise Antidepressiva, Physiotherapie und Entspannungsverfahren zum Einsatz. Gerade bei einer so komplexen Erkrankung braucht es Geduld und ein enges Zusammenspiel verschiedener Fachrichtungen – etwas, das auch Glööckler in seinem Alltag organisieren muss.

Belastende Vergangenheit und aktuelle Sorgen

Die Geschichte des Designers zeigt, wie eng körperliche und seelische Faktoren verknüpft sein können. In der RTL-Show „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!“ sprach er bereits über die Gewalt seines Vaters in der Kindheit. Psychische Traumata werden von Expertinnen und Experten als möglicher Risikofaktor für Fibromyalgie genannt. Parallel dazu ist auch die Gesundheit seines Exs Dieter Schroth seit Längerem ein Thema, was zusätzlichen Druck bedeutet. Während Glööckler nach außen weiterhin Wert auf ein gepflegtes, jugendliches Erscheinungsbild legt, zeigt sein offener Umgang mit der Diagnose, wie groß der Leidensdruck hinter den Kulissen tatsächlich ist.