Wenn Günther Maria Halmer (✝83) in „Servus Eddie - Spätes Glück“ als Adam Einmiller auf einem Münchner Friedhof sitzt, bekommen die Szenen eine besondere Schwere. Der Schauspieler starb am 10. Mai 2026 im Alter von 83 Jahren an Krebs, nun ist er in seiner letzten Fernsehrolle zu sehen.

Letzter Film: Günther Maria Halmer spielt auf dem Münchner Friedhof

Halmer spielt einen obdachlosen früheren Zahnarzt, der täglich am Grab seines als Kind verunglückten Sohnes wacht. Als die Grabstätte aufgelöst werden soll, fehlen ihm 1500 Euro. Gerade diese leise, tragikomische Ausgangslage macht den Film so eindringlich.

Die Handlung setzt bei einer existenziellen Frage an: Was bleibt, wenn selbst der Platz der Erinnerung verloren zu gehen droht? Adam lebt ohne festen Wohnsitz und erfährt, dass das Familiengrab nach 30 Jahren nur gegen Bezahlung erhalten werden kann. Im Film fragt er, ob er nach seinem Tod selbst dort beerdigt werden könnte.

Parallel folgt die Geschichte dem Münchner Polizisten Eddie Kolozecik, gespielt von Maximilian Brückner (47), der nach beruflichen Rückschlägen wieder Streifendienst macht. Durch einen Zusammenstoß mit Adam kreuzen sich ihre Wege auf ebenso traurige wie menschliche Weise.

Jutta Speidel erinnert sich an einen langjährigen Kollegen

Schauspielerin Jutta Speidel (72) steht ebenfalls im Film vor der Kamera und verbindet mit Halmer eine jahrzehntelange Kollegenschaft. „Mit ihm ist einer der ganz Großen gegangen“, sagte Jutta Speidel. Die 72-Jährige kannte ihn nach eigenen Worten seit rund 40 Jahren, gemeinsame Produktionen gab es schon lange vor dem jetzigen Film.

Dass sie für die Rolle in „Servus Eddie - Spätes Glück“ erneut zusammenarbeiteten, verleiht dem Fernsehfilm im Rückblick zusätzlich Gewicht. Speidel spielt Eddies Mutter Maria, die seit Jahren unter einer schweren Angststörung leidet und ihre Wohnung kaum verlässt.

Maximilian Brückner spricht über die Dreharbeiten

Auch Schauspieler Maximilian Brückner blickt mit Wärme auf die Zusammenarbeit zurück. Ihn erinnere der Film an das alte Giesing und an Figuren, die sich durch den Alltag kämpfen, wie sueddeutsche.de berichtet. Besonders nah ging ihm, dass Halmer mit seiner Familie befreundet war und er den erfahrenen Kollegen schon lange kannte.

Im Interview schilderte Brückner, wie präzise Halmer gearbeitet habe und wie viel er von ihm mitnehmen konnte. Dadurch wirkt das Zusammenspiel der beiden im Film noch intensiver, weil hinter den Szenen auch echte Verbundenheit steht.

„Servus Eddie“ läuft erst in der Mediathek, dann im TV

Neben der Trauer um Halmer erzählt der Film von den Sorgen der kleinen Leute in München: von Wohnungsnot, Einsamkeit, Krankheit und dem Wunsch, doch noch einmal Halt zu finden. Jutta Speidel engagiert sich privat seit fast 30 Jahren mit ihrem Verein Horizont für wohnungslose Mütter und Kinder.

Das gibt der Rolle des obdachlosen Adam eine zusätzliche Nähe, wie ksta.de berichtet. Zu sehen ist der Film ab 30. Juli in der Mediathek, die TV-Ausstrahlung folgt am 31. Juli im Ersten. Damit endet eine große Karriere mit einem stillen, sehr menschlichen Auftritt.