Clive Davis ist im Alter von 94 Jahren in seinem Zuhause in New York gestorben. Das bestätigte seine langjährige Sprecherin Aliza Rabinoff, wie unter anderem „Rolling Stone“ berichtet. Der einflussreiche Musikmanager sei friedlich an einer altersbedingten Erkrankung gestorben, im Kreis seiner Familie und enger Vertrauter.
Davis zählte zu den wichtigsten Figuren der internationalen Musikbranche und formte über viele Jahrzehnte Karrieren von Künstlern wie Whitney Houston, Bruce Springsteen, Aretha Franklin, Alicia Keys und Carlos Santana. Sein Name stand für ein außergewöhnliches Gespür für Stimmen, Songs und langfristigen Erfolg.
Clive Davis prägte sieben Jahrzehnte Musikgeschichte
Sein Einfluss reichte über sieben Jahrzehnte und über viele Genres hinweg. Nachdem Davis 1967 mit nur 35 Jahren Präsident von Columbia Records wurde, setzte er in nahezu jeder folgenden Dekade große Erfolge. Später gründete er Arista Records und J Records. Dort arbeitete er mit zahlreichen Künstlern, die Pop, Rock, Soul und R&B entscheidend mitbestimmten.
Besonders eng blieb sein Name mit Whitney Houston verbunden, deren Karriere er maßgeblich aufbaute. Auch Barry Manilow, Patti Smith, Dionne Warwick, Kelly Clarkson und Kenny G gehörten zu den Künstlern, die von seiner Arbeit profitierten.
Bruce Springsteen erinnert an frühen Rückhalt
Viele Weggefährten meldeten sich nach seinem Tod mit persönlichen Worten. „Mit 22 Jahren hat er mein Leben verändert, als er mich bei Columbia Records unter Vertrag nahm. Er begegnete mir mit demselben Respekt und derselben Freundlichkeit wie später nach all meinem Erfolg. Ein großartiger Mann“, schrieb Bruce Springsteen laut „Rolling Stone“.
In einem Statment der Familie hieß es zudem: „Für die Welt war unser Vater die ikonische Musiklegende, deren Vision, Instinkt und unermüdliches Streben nach Exzellenz den Soundtrack unzähliger Leben geprägt haben. [...] Für seine Familie war Clive Papa und Opa, die beständige Präsenz im Mittelpunkt unseres Lebens, die Quelle der Weisheit, der Stärke, der Ermutigung und der bedingungslosen Liebe. Ganz gleich, wie außergewöhnlich seine beruflichen Erfolge auch waren – er verlor nie aus den Augen, was am wichtigsten war: die Menschen, die er liebte.“
Krankheit bremste Clive Davis zuletzt aus
In den vergangenen Jahren hatte Davis mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen. Ende Mai musste er wegen einer Atemwegserkrankung in New York behandelt werden, konnte das Krankenhaus aber kurz darauf wieder verlassen. Bereits 2021 war bei ihm Bell’s Palsy diagnostiziert worden, eine vorübergehende, aber ernste Lähmung der Gesichtsmuskulatur.
Damals musste er seine traditionsreiche Pre-Grammy-Gala verschieben. Trotzdem blieb er bis zuletzt aktiv und galt weiter als feste Größe der Branche, nicht zuletzt wegen seiner legendären Feiern vor der Grammy-Verleihung.
Clive Davis sprach offen über sein Leben
Neben seiner Karriere machte auch seine persönliche Offenheit Eindruck. 2013 veröffentlichte Davis seine Memoiren und sprach darin erstmals öffentlich über seine Bisexualität. Nach zwei Ehen und mehreren langjährigen Beziehungen schilderte er seinen Weg mit großer Klarheit. Musik blieb dabei stets der Mittelpunkt seines Lebens.