Gloria Steinem ist tot. Die Frauenrechtlerin und Journalistin starb im Alter von 92 Jahren friedlich in ihrem Zuhause in New York City, umgeben von Menschen, die sie liebten, wie auf ihrem Instagram-Account bekannt gegeben wurde. Eine Todesursache wurde nicht genannt.
In der Mitteilung hieß es außerdem, sie habe bis zuletzt für Gleichberechtigung gearbeitet. Sie verbrachte demnach ihre letzten Jahre mit dem Schreiben und im Austausch mit anderen. Fans wurden gebeten, in ihrem Gedenken eine Kerze anzuzünden oder an ihre Stiftung zu spenden.
Gloria Steinem studierte Politik und forschte in Indien
Geboren wurde Gloria Steinem am 25. März 1934 in Toledo im US-Bundesstaat Ohio. Sie studierte Regierungslehre am Smith College in Massachusetts und schloss ihr Studium 1956 magna cum laude ab. Danach verbrachte sie dank eines Stipendiums zwei Jahre in Indien. Diese Zeit prägte später ihren Einsatz für basisnahe politische Arbeit.
Vor ihrer Schulzeit war ihr Alltag ungewöhnlich: Mit ihren Eltern Leo und Ruth Steinem sowie ihrer älteren Schwester Susanne reiste sie viel durchs Land. Regelmäßig zur Schule ging sie erst ab dem Alter von elf Jahren, nach der Trennung ihrer Eltern.
Playboy-Reportage machte die Journalistin landesweit bekannt
Frühe Anerkennung in der Medienbranche bekam sie 1963 mit einer Undercover-Reportage über die Arbeitsbedingungen im Playboy Club. Für den Text nahm sie eine falsche Identität an und arbeitete mehrere Wochen selbst als Bunny. Später half sie 1968 bei der Gründung des „New York Magazine“ und wurde dort Redakteurin und politische Autorin.
1971 gehörte sie außerdem zu den Mitgründerinnen des feministischen Magazins „Ms.“. Laut NBC wurde ihr Essay „After Black Power, Women’s Liberation“ von 1969 zu einem wichtigen Schritt auf ihrem Weg zu einer der prägenden Stimmen der Frauenbewegung.
Einsatz für Abtreibungsrechte prägte ihr öffentliches Wirken
Ein zentrales Thema ihres Lebens war das Recht auf Abtreibung. Mit 22 Jahren wurde sie ungewollt schwanger und suchte 1957 eine damals illegale Abtreibung. Öffentlich sprach sie darüber erst 1969. In einem NPR-Interview sagte sie: „Ich wusste einfach, dass ich, wenn ich nach Hause gegangen und geheiratet hätte, mit der falschen Person in ein Leben geraten wäre, das nicht meines war.“
Ihr Buch „My Life on the Road“ widmete sie Dr. John Sharpe, der ihr damals half. Später setzte sie sich auch gegen häusliche Gewalt, Kindesmissbrauch und Ungleichheit am Arbeitsplatz ein.
Ehe mit David Bale und Auszeichnungen bis ins hohe Alter
1971 gründete sie mit anderen Aktivistinnen den National Women’s Political Caucus. Die Organisation setzt sich bis heute für mehr politische Beteiligung von Frauen ein. 1986 erhielt sie die Diagnose Brustkrebs und wurde nach Operation und Bestrahlung behandelt.
Im Jahr 2000 heiratete sie den Unternehmer und Tierrechtsaktivisten David Bale, den Vater von Christian Bale. Er starb 2003 an einem Lymphom. Zu ihren wichtigsten Ehrungen zählt die Presidential Medal of Freedom, die ihr Barack Obama verlieh.