Die Filmproduzentin Regina Ziegler ist tot. Sie starb in der Nacht zum Sonntag im Alter von 82 Jahren in einem Berliner Krankenhaus. Bestätigt wurde der Tod von ihrer Tochter Tanja Ziegler, wie Bild berichtet. In ihren letzten Stunden war demnach die Familie bei ihr.
Noch wenige Wochen vor ihrem Tod hatte sich die Produzentin in der Öffentlichkeit gezeigt: Anfang Oktober besuchte sie eine Filmpremiere in Berlin, kurz darauf auch die Buchmesse in Frankfurt. Bis zuletzt blieb sie damit präsent in einer Branche, die sie über Jahrzehnte mitgeprägt hatte.
Regina Ziegler produzierte mehr als 500 Filme und Serien
Regina Ziegler wurde am 8. März 1944 in Quedlinburg geboren. 1973 gründete sie ihre eigene Produktionsfirma und war damit die erste Frau in Deutschland, die diesen Schritt in einer damals stark männlich geprägten Branche ging. Schon ihr erster Spielfilm „Ich dachte, ich wäre tot“ erhielt den Deutschen Filmpreis.
In den folgenden Jahrzehnten entstanden unter ihrer Verantwortung mehr als 500 Produktionen. Zu ihren bekanntesten Arbeiten zählen „Weissensee“, „Der Mann mit dem Fagott“, „Ich war noch niemals in New York“, „Lena Lorenz“ und die Filme über die Familie Bundschuh.
Letzte öffentliche Auftritte im Oktober
Auch mit über 80 Jahren zog sich die Produzentin nicht aus dem Filmgeschäft zurück. Am 6. Oktober war sie bei einer Premiere in Berlin zu Gast, am 9. Oktober zeigte sie sich auf der Buchmesse in Frankfurt.
Noch 2026 sprach sie über weitere Pläne und formulierte ihr Ziel klar: „Ich werde 100 und bis dahin will ich noch ganz viel produzieren!“, so Regina Ziegler laut TIKonline.de. Parallel arbeitete sie weiter an neuen Projekten. Eine Rente kam für sie weiterhin nicht infrage.
Auszeichnungen in Deutschland und Anerkennung in New York
Für ihre Arbeit erhielt die Produzentin zahlreiche Ehrungen. 2016 bekam sie den Ehrenpreis des Deutschen Filmpreises für ihre Verdienste um den deutschen Film. 2024 wurde sie mit dem Deutschen Gründerpreis für ihr Lebenswerk ausgezeichnet.
Auch international fand ihr Werk Beachtung. Das Museum of Modern Art in New York widmete ihr eine eigene Retrospektive. Über viele Jahre zählte sie damit zu den prägenden Persönlichkeiten der deutschen Film- und Fernsehbranche und blieb weit über Deutschland hinaus als Produzentin präsent.
Wolf Gremm war die große Liebe ihres Lebens
Zu ihrem privaten Leben gehörte vor allem die lange Beziehung mit Regisseur Wolf Gremm, der von 1942 bis 2015 lebte. Er inszenierte auch ihren ersten Spielfilm. Die Ehe dauerte 44 Jahre. Im Sommer 2026 feierte sie noch die Hochzeit ihrer Tochter. Damit erlebte Regina Ziegler kurz vor ihrem Tod einen wichtigen familiären Moment.