Spitzensport auf Weltklasse-Niveau kostet viel Geld – deutlich mehr, als viele Verbände und Sponsoren abdecken können. Gerade Athletinnen und Athleten aus Randsportarten suchen deshalb neue Wege, um ihre Karrieren zu finanzieren.

Rund um die Olympischen Winterspiele 2026 in Mailand und Cortina d’Ampezzo rückt dabei ein Trend in den Fokus: deutsche Sportstars, die mit freizügigen Inhalten auf Plattformen wie OnlyFans zusätzliches Einkommen generieren. Für Bobfahrerin Lisa Buckwitz, Bob-Anschieber Georg Fleischhauer und Skispringerin Juliane Seyfarth ist der eigene Körper damit auch wirtschaftliches Kapital – mit klar gesetzten Grenzen.

Lisa Buckwitz finanziert Bob-Team mit OnlyFans

Bobfahrerin Lisa Buckwitz, Olympiasiegerin von 2018 und Weltmeisterin von 2024, hat sich vor rund einem Jahr für eine Kooperation mit der Plattform OnlyFans entschieden. Laut „Sportbild“ stellt sie klar: „Ich werde mich auf keinen Fall nackt zeigen.“ Doch etwas freizügiger darf es trotzdem sein: Die Sportlerin veröffentlicht Einblicke in ihren Trainingsalltag – im Sport-BH, im Bikini oder im Bobanzug.

Für sie ist der Deal ein entscheidender Baustein, um ihr Team und das teure Material für die Bob-Saison zu stemmen. „Es ist auch ein Glücksfall für mich, da ich so mein Team finanzieren kann“, sagt die Berlinerin und spricht von „dem Besten, was mir hätte passieren können“.

50.000 Euro pro Saison: Buckwitz über Kostendruck

In der ZDF-Doku „OnlyBob – Mein Körper. Mein Kapital“ beschreibt Buckwitz, wie hoch der finanzielle Druck im Bobsport ist. Eine Saison mit Trainingslagern, Flügen, Material und Prämien für ihre Anschieberinnen kann demnach rund 50.000 Euro kosten. Nur mit klassischen Sponsoren wäre dieses Niveau für sie kaum zu halten. „Für mich ist es ein Sponsor, der mir neben der Bundeswehr den Sport ermöglicht. Also etwas ganz Normales“, erklärt sie zu OnlyFans.

Zugleich spricht sie offen über die Schattenseite des Erfolgs: „Klar, ich bin eine Olympiasiegerin. Aber nur mit der Goldmedaille interessiert sich keiner für Lisa Buckwitz.“ Dass das Sexuelle „natürlich ein Thema“ sei, blendet sie nicht aus – sie setzt jedoch konsequent ihre eigenen Grenzen.

Georg Fleischhauer zeigt Muskeln statt Nacktheit

Auch Bob-Anschieber Georg Fleischhauer nutzt OnlyFans als zusätzliche Einnahmequelle. Der frühere Hürdenläufer, seit 2019 im Bobsport aktiv, gilt im Zweier- und Viererbob als einer der stärksten Anschieber. Auf seinem Account gewährt er für eine monatliche Gebühr intime Einblicke in seinen Alltag als Spitzensportler und zeigt viel Haut.

Gegenüber „Bild“ betont er jedoch: „Ich bin kein Porno-Star. Für mich ist die Plattform eine Chance, Einblicke in den harten Alltag eines Spitzensportlers zu gewähren.“ Fleischhauer, der nebenbei als Wirtschaftsprüfer arbeitet, will besonders während der Winterspiele 2026 Inhalte liefern – mit Fokus auf Training, mentale Belastung und den Weg zu möglichen Medaillen mit Pilot Johannes Lochner.

Juliane Seyfarth trennt Sport und Erotik-Kunst

Skispringerin Juliane Seyfarth geht einen ähnlichen, aber doch eigenen Weg. Sie posierte schon 2021 für  den „Playboy“ und ist aktuell auf dem Cover der Special-Edition „Die 30 schönsten Olympia-Stars“ zu bestaunen. Zusätzlich betreibt sie neben ihrem sportlichen Instagram-Profil einen zweiten Kanal unter dem Künstlernamen „Nayeli Rose“, auf dem sie sich um einiges offenherziger zeigt.

„Man kennt mich im Skispringen als Juliane, und was ich sonst mache, das verdient eine eigene kleine Bühne“, erklärt sie laut „Bild“. Auch auf der Plattform BestFans posiert die Sportlerin freizügig. Dieses zweite Standbein trennt sie aber ganz klar von ihrer sportlichen Tätigkeit: „Es hat mit dem Sport gar nichts zu tun, das ist einfach meine Kunst.“ Vor allem Komplimente von Frauen geben ihr Kraft – und die positive Resonanz nutzt sie, um Motivation für ihre sportlichen Ziele auf der Großschanze in Cortina zu schöpfen.