Die Nachricht trifft Fans von Film und Musik gleichermaßen: Glen Hansard ist tot. Der irische Musiker, Songwriter und Schauspieler starb im Alter von 56 Jahren in Dublin. Übereinstimmenden Berichten zufolge kam er bei einem Motorradunfall ums Leben. Hansard gehörte zu jenen Künstlern, die sich über viele Jahre hinweg ein eigenes Publikum erarbeiteten, erst auf der Straße, später auf internationalen Bühnen und Leinwänden. Seine Laufbahn führte ihn von Dublin bis nach Hollywood, wo er schließlich sogar mit einem Oscar ausgezeichnet wurde. Nun endet dieses Künstlerleben plötzlich und viel zu früh.
Glen Hansard starb nach Motorradunfall in Dublin
Der Unfall ereignete sich in der Nacht zu Mittwoch auf der R109 Lower Road im Westen der irischen Hauptstadt. Rettungskräfte wurden gegen 4.30 Uhr alarmiert und versorgten den verletzten Musiker noch am Unfallort, doch kurze Zeit später wurde er für tot erklärt. Nach Angaben aus den Berichten war Hansard allein mit seinem Motorrad unterwegs.
Die Polizei untersucht inzwischen die genaue Ursache des Unglücks. In einer Mitteilung seiner Agentur hieß es: „Mit gebrochenen Herzen geben wir den Tod von Glen Hansard bekannt“, so seine Agentur laut Bild. Die Familie bat zugleich um Privatsphäre.
Glen Hansard begann als Straßenmusiker in Dublin
Seine Karriere nahm einen ungewöhnlich bodenständigen Anfang. Hansard startete als Straßenmusiker in Dublin und gründete Ende der 1980er-Jahre die Band The Frames, mit der er in Irland zu einer prägenden Figur der Rockszene wurde. Noch bevor er weltweit als Musiker gefeiert wurde, stand er auch als Schauspieler vor der Kamera.
Internationale Aufmerksamkeit erhielt er zunächst durch seine Rolle im Film „Die Commitments“. Damit zeigte sich früh, dass seine künstlerische Arbeit nie nur auf ein Feld begrenzt war, sondern Musik und Film stets eng miteinander verbunden blieben.
„Once“ machte Glen Hansard weltweit berühmt
Den großen internationalen Durchbruch schaffte Hansard mit dem Independent-Film „Once“, in dem er die Hauptrolle übernahm und gemeinsam mit der tschechischen Musikerin Markéta Irglová auch die Musik beisteuerte. Für den Song „Falling Slowly“ erhielten beide 2008 den Oscar in der Kategorie Bester Filmsong.
Das Lied entwickelte sich weit über den Film hinaus zu einem modernen Klassiker. Später wurde „Once“ sogar als Broadway-Musical adaptiert und gewann mehrere Tony Awards. Auch in Deutschland gewann „Falling Slowly“ Jahre später noch einmal neue Popularität.
Glen Hansard hinterlässt Familie und ein spätes Werk
Hansards Karriere erstreckte sich über mehr als drei Jahrzehnte. Zuletzt veröffentlichte er mit „Transmissions East & West“ Aufnahmen von zwei Konzerten, die 2025 im Berliner Funkhaus entstanden waren. Privat war der Künstler mit der finnischen Dichterin Maire Saaritsa verheiratet, mit der er ein gemeinsames Kind hatte. Das Paar lebte abwechselnd in Irland und Finnland.
Mit The Frames, seiner Filmarbeit und dem Oscar-Song hinterlässt Hansard ein Werk, das viele Stationen umfasst und weit über einen einzelnen Erfolg hinausreicht. Sein Tod beendet eine Laufbahn, die aus kleinen Anfängen zu internationaler Anerkennung führte.