Wer an Felix Baumgartner denkt, denkt an einen Mann, der keine Grenzen kannte. An den schüchternen Salzburger, der sich 2012 in 38.969 Metern Höhe aus der Stratosphäre fallen ließ – vor den Augen von Millionen Zuschauern weltweit. Am 20. April 2026 wäre er 57 Jahre alt geworden. Doch das Schicksal hatte andere Pläne.
Felix Baumgartner: Vom Panzerfahrer zum Stratosphären-Helden
Geboren wurde Felix Baumgartner am 20. April 1969 in Salzburg. Sein Weg in die Extreme begann ganz bodenständig: Nach einer Lehre als Maschinenschlosser arbeitete er zunächst als Kfz-Mechaniker. Mit 18 verpflichtete er sich beim österreichischen Bundesheer als Panzerfahrer – und entdeckte dort seine Leidenschaft für das Fallschirmspringen.
Seine Laufbahn beim Militär endete unrühmlich: Er selbst erzählte später augenzwinkernd, er habe Probleme damit gehabt, sich unterzuordnen und „dumme Befehle" zu befolgen. Das Heer entließ ihn als militärisch ungeeignet – das Fliegen aber ließ ihn nie wieder los.
Red Bull Stratos: Der Moment, der Felix Baumgartner unsterblich machte
Es war der 14. Oktober 2012, als die ganze Welt den Atem anhielt. Felix Baumgartner stieg in einer Druckkapsel an einem Heliumballon auf fast 39 Kilometer Höhe – und sprang. Als erster Mensch überhaupt durchbrach er im freien Fall die Schallmauer, erreichte dabei eine Geschwindigkeit von 1.357 Stundenkilometern. Sein Puls: 169.
Das Projekt „Red Bull Stratos" machte ihn über Nacht zur Legende. Mehr als 8 Millionen Menschen verfolgten den Sprung live auf YouTube – ein damaliger Weltrekord. Kein Wunder, dass sich Baumgartner danach vom Extremsport zurückziehen wollte. Doch die Liebe zum Himmel ließ ihn nie ganz los.
Felix Baumgartners waghalsige Sprünge: Petronas Towers und Christusstatue
Schon vor seinem Stratosphärensprung hatte Felix Baumgartner mit spektakulären Aktionen für Schlagzeilen gesorgt. Am 15. April 1999 sprang er heimlich vom 88. Stockwerk der Petronas Towers in Kuala Lumpur – tagelang hatte er das Gebäude observiert, sich als Geschäftsmann verkleidet und den Fallschirm im Aktenkoffer eingeschmuggelt. Am 27. Juni 2004 folgte der Sprung vom Viaduc de Millau, der höchsten Brücke Europas.
Seine Kollegen bewunderten seine Präzision, seine Fans liebten seinen Mut – und auch Kritiker mussten zugeben: Felix Baumgartner wagte, wovon andere nur träumten.
Felix Baumgartner privat: Gitta Saxx und Nicole Öttl
Auch privat suchte Felix Baumgartner die Schlagzeilen – allerdings unfreiwillig. Jahrelang war er mit Playboy-Model Gitta Saxx liiert, die einst zum „Playmate des Jahrhunderts" des deutschen Playboys gekürt wurde. Später verlobte er sich mit Nicole Öttl, der ehemaligen Miss Niederösterreich 2006. Zur Hochzeit kam es nie. Bis zu seinem Tod war er mit Mihaela Radulescu liiert.
Seinen Lebensmittelpunkt hatte der Salzburger zuletzt am Bodensee – im schweizerischen Arbon lebte er ruhig und zurückgezogen, so weit das für einen Mann wie ihn möglich war.
Der Tod von Felix Baumgartner: Dramatischer Absturz in Italien
Dann kam der 17. Juli 2025 – der Tag, an dem die Welt einen ihrer kühnsten Flieger verlor. Im italienischen Küstenort Porto Sant'Elpidio war Felix Baumgartner mit seinem Motorgleitschirm unterwegs. Nur wenige Stunden zuvor hatte er noch auf Instagram ein Foto vom Flugplatz gepostet – mit dem knappen Kommentar: „Zu viel Wind."
Dann das Unglück: Baumgartner geriet in eine Sturzspirale, aus der er den Schirm nicht mehr herausmanövrieren konnte. Der Rettungsschirm öffnete sich erst kurz vor dem Aufprall – zu spät. Der Extremsportler stürzte in eine Holzhütte am Pool einer Hotelanlage. Eine junge Frau wurde dabei verletzt, überlebte aber.
Felix Baumgartner starb mit nur 56 Jahren. Laut italienischer Nachrichtenagentur ANSA war er vermutlich bereits vor dem Aufprall nicht mehr am Leben.
Todesursache von Felix Baumgartner: Menschliches Versagen bestätigt
Monatelang hatten Experten nach der Ursache des Unglücks gesucht. Im Oktober 2025 kam schließlich das Gutachten: Der Gleitschirm war in technisch einwandfreiem Zustand, die Unfallursache war menschliches Versagen.
Staatsanwalt Raffaele Iannella aus Fermo erklärte der „Bild": „Es kam zu einem raschen Höhenverlust, als eine Sturzspirale einsetzte, und Baumgartner war nicht in der Lage, den Schirm aus der Spirale heraus zu steuern." Ein tragisches Ende für einen Mann, der in seinem Leben jede nur erdenkliche Katastrophe überlebt hatte.
Felix Baumgartner wäre heute 57: Erinnerung an einen Mann, der fliegen konnte
An seinem 57. Geburtstag, denken Fans auf der ganzen Welt an Felix Baumgartner zurück. An den Moment, in dem er 2012 aus der Stratosphäre sprang und die Welt für ein paar Minuten stillstand. An seine Hingabe, seine Präzision, seinen unbändigen Mut.
Felix Baumgartner hinterlässt etwas, das weit über Rekorde hinausgeht: Er war der Beweis, dass Menschen fliegen können – wenn sie nur mutig genug sind. Ruhe in Frieden, Felix.