Fast ein Jahr nach dem Tod von Laura Dahlmeier rückt ein sehr persönlicher Moment wieder in den Mittelpunkt. Die frühere Biathletin starb am 28. Juli 2025 bei einem Bergunglück im pakistanischen Karakorum. Nun spricht Alpinist Simon Messner, der Sohn von Reinhold Messner, in einer BR-Dokumentation über den letzten Kontakt mit ihr.

Die Erinnerung daran wirkt heute noch schwerer, weil sie kurz vor ihrer Expedition zum Laila Peak mehrfach mit Messner das Gespräch suchte. Dahlmeier wollte sich über den anspruchsvollen Berg austauschen, den Messner bereits zwei Jahre zuvor bestiegen hatte.

Simon Messner spricht über mehrere Telefonate

In der Doku „Simon Messner: Aus dem Schatten“ erinnert sich Simon Messner an die Gespräche vor der Reise: „Ich habe mit ihr vorher auch mehrmals telefoniert, weil sie einen Berg versuchen wollte, den ich vor zwei Jahren erst bestiegen habe.“ Diese Telefonate bekommen im Rückblick eine besondere Bedeutung.

Laura Dahlmeier hatte nach dem Ende ihrer Biathlon-Karriere ihre Leidenschaft für den Alpinismus intensiv weiterverfolgt. In den Bergen suchte sie neue Herausforderungen.

„Es ist einfach nur überwältigend“

Besonders eindringlich sind die Worte, mit denen Simon Messner den Moment der Nachricht über den Tod von Laura Dahlmeier beschreibt: „Es ist einfach nur überwältigend, das Gefühl, zuerst nichts zu wissen, und es ist halt wieder jemand, den man kennt.“

Wie gefährlich sein Sport ist und dass jede Tour mit dem Tod enden kann, weiß Simon Messner genau: „Bergsteigen ist wahnsinnig egoistisch. Es kann sein, dass man nicht mehr zurückkommt. Mit Familie ist es ein Gedanke, der herzzerreißend ist.“

Laura Dahlmeier verunglückte am Laila Peak

Ende Juli 2025 wurde bekannt, dass die ehemalige Olympiasiegerin am Laila Peak in rund 5700 Metern Höhe verunglückte. Nach Angaben ihres Managements wurde sie von Steinschlag getroffen. Zwei Tage lang gab es Bangen und Hoffen, ehe davon ausgegangen werden musste, dass sie bereits am Tag des Unfalls gestorben war. Ihr Leichnam konnte bis heute nicht geborgen werden.

Der Tod der Garmischerin traf weit über den Wintersport hinaus viele Menschen, denn Dahlmeier hatte sich auch nach ihrer aktiven Laufbahn als starke und entschlossene Persönlichkeit einen festen Platz bewahrt.

Laura Dahlmeiers Vermächtnis reicht weit über Biathlon hinaus

Bis zu ihrem Karriereende 2019 prägte Laura Dahlmeier den Biathlon-Sport mit großen Erfolgen. Bei den Olympischen Spielen 2018 in Pyeongchang gewann sie Gold im Sprint und in der Verfolgung, dazu kamen sieben WM-Titel und der Gesamtweltcup 2016/2017.

Auch nach ihrem Tod wird an sie erinnert. In Garmisch-Partenkirchen trägt der Kurpark inzwischen ihren Namen. Außerdem rief der Deutsche Skiverband einen Preis ins Leben, der an herausragende Nachwuchsathletinnen und Nachwuchsathleten vergeben werden soll. So bleibt ihr sportliches und menschliches Wirken weiterhin präsent.