TV-Persönlichkeit Hanka Rackwitz (57) startet fernab des Rampenlichts in einen neuen Lebensabschnitt. Sie hat eine historische Kneipe - den „Dorfkrug“ - im sachsen-anhaltischen Freist übernommen und steht dort nun selbst hinter Tresen und Grill. Ausgerechnet für eine Frau, die über Jahrzehnte unter massiven Zwängen und Ängsten litt, ist dieser Schritt besonders bemerkenswert.

Neustart: Hanka Rackwitz übernimmt Gasthaus

Millionen kannten sie aus der TV-Sendung „mieten, kaufen, wohnen“ und später aus dem RTL-Dschungelcamp. Heute geht es für Rackwitz nicht mehr um Fernsehauftritte, sondern um Gäste, Speisekarten, Umbauarbeiten und die Frage, wie ein Dorfkrug wieder zum Treffpunkt werden kann.

Freist zählt nur rund 270 Einwohner, doch genau dort will Rackwitz neu anfangen. Das mehr als 100 Jahre alte Haus bietet weit mehr als nur eine kleine Kneipe: Zur Immobilie gehören eine Gaststube, ein Saal, eine Bowlingbahn und ein Biergarten. Nach Angaben der „Bild“ war es ein Bekannter, der sie auf das leerstehende Objekt aufmerksam machte.

Schon beim ersten Besuch soll sie sofort Feuer gefangen haben. Noch lebt die gebürtige Dresdnerin in Mücheln, langfristig soll Freist jedoch ihr neuer Lebensmittelpunkt werden. Auch vor Ort scheint die Freude groß zu sein, denn Gemeinde und Bewohner wünschten sich eine Wiederbelebung des Hauses.

Hanka Rackwitz spricht offen über ihre früheren Zwänge

Gerade wegen ihrer Vergangenheit hat dieser berufliche Wechsel besonderes Gewicht. Rund 30 Jahre lang bestimmten Waschzwänge und psychische Belastungen ihren Alltag. Öffentlich sprach Rackwitz darüber erstmals 2017 im Dschungelcamp, später auch im „Sommerhaus der Stars“.

Dass sie heute eine Gaststätte führt und täglich mit fremden Menschen, Schmutz und unvorhersehbaren Situationen umgeht, hätte sie sich früher kaum vorstellen können. „Wenn ich die Zwänge noch hätte, würde nichts von dem gehen, was ich hier tue“, sagte Hanka Rackwitz laut „Bild“. Der Satz zeigt, wie stark sich ihr Leben in den vergangenen Jahren verändert hat.

Speisekarte reicht von Currywurst bis Rote-Bete-Carpaccio

Kulinarisch setzt die frühere Immobilienmaklerin auf eine Mischung aus klassischer Wirtshausküche und moderneren Ideen. Neben vertrauten Gerichten wie Currywurst oder Burgern sollen auch regional inspirierte Speisen auf den Tisch kommen. Im Quellmaterial werden unter anderem Rote-Bete-Carpaccio mit karamellisiertem Apfel und Meerrettichschaum sowie Chili-Cheeseburger genannt.

Damit will Rackwitz offenbar nicht nur Stammgäste aus dem Ort ansprechen, sondern dem Haus auch ein eigenes Profil geben. Der Traditionsbetrieb soll kein reines Ausflugslokal sein, sondern ein Ort, an dem Essen, Geselligkeit und Dorfleben zusammenfinden.

Mit Ex-Partner Pierre plant Rackwitz Karaoke und Sonntagsbrunch

Unterstützung bekommt Rackwitz von Pierre Paminski, mit dem sie früher liiert war und der nun als Geschäftspartner an ihrer Seite steht. Er hilft beim Umbau und übernimmt zur Eröffnung Aufgaben am Grill. Gemeinsam planen sie mehr als nur regulären Kneipenbetrieb.

Rackwitz wünscht sich Karaoke-Abende, Bingo-Runden und einen Sonntagsbrunch mit lockerer Atmosphäre auf der Picknickdecke. „Ich möchte Menschen eine gute Zeit machen“, so Hanka Rackwitz. Der neue Alltag ist bodenständig, arbeitsreich und persönlich. Für die 57-Jährige ist der „Dorfkrug“ damit nicht nur ein Job, sondern ein sehr konkreter Neuanfang.