Esther Sedlaczek gehört bei der Fußball-WM 2026 zu den prägenden Gesichtern der ARD. Gemeinsam mit Bastian Schweinsteiger führt die Sportmoderatorin durch viele Spiele und wirkt dabei souverän, konzentriert und präsent. Nun hat die 40-Jährige sehr private Einblicke gegeben. Im Gespräch über ihren Weg im Fernsehen sprach sie auch über einen Moment, der sie bis heute beschäftigt. Sedlaczek berichtete von einer Nacht, in der sie plötzlich kaum noch Luft bekam und glaubte, ihr Körper mache nicht mehr mit. Die Szene spielte sich Jahre vor ihrer heutigen WM-Rolle ab.

Esther Sedlaczek schildert Panik in der Nacht

Mitten in der Nacht sei sie aufgewacht, habe Atemnot und Taubheitsgefühle gespürt und sei sogar in den Garten gegangen, um sich zu beruhigen. „Ich dachte, ich falle gleich um und muss sterben“, so Esther Sedlaczek laut t-online. Ein Krankenwagen brachte sie in die Notaufnahme.

Noch Wochen danach habe sie Angst vor der Dunkelheit gehabt und sich gefragt, ob die Symptome zurückkehren könnten. Damals arbeitete sie noch für Sky, kam oft spät nach Hause und stand zugleich im Spannungsfeld zwischen Live-TV und Familienalltag.

Postpartale Depression als möglicher Auslöser

Heute ist Sedlaczek überzeugt, dass hinter der Panikattacke eine postpartale Depression steckte. Ihre erste Tochter war damals bereits geboren, dennoch können solche Erkrankungen auch Monate später auftreten. „Ich wollte auf allen Ebenen alles perfekt machen“, erklärte die Moderatorin im Spiegel.

Der Druck, gleichzeitig Mutter, Ehefrau und Berufsfrau zu sein, habe sie stark belastet. Nach eigener Aussage begann sie später eine Therapie, machte Yoga und Sport und lernte, sich selbst mehr Raum zu geben.

Esther Sedlaczek sprach auch über Selbstzweifel

Nicht nur privat, auch beruflich setzte sie sich massiv unter Druck. Gerade zu Beginn ihrer Laufbahn in der Sportberichterstattung habe sie oft an sich gezweifelt. Nach fast jeder Sendung sei das Gefühl geblieben, nicht gut genug gewesen zu sein. Sie habe sich, wie sie selbst sagte, einen „Riesendruck“ gemacht und kaum Freude an der Arbeit gespürt.

Diese Offenheit passt zu einem Thema, über das viele Betroffene noch immer nur selten sprechen: psychische Krisen nach einer Geburt, die oft von Schuldgefühlen, Erschöpfung und Angst begleitet werden.

ARD-Moderatorin fand einen neuen Umgang mit sich

Inzwischen wirkt Sedlaczek gefestigter. Die dreifache Mutter steht seit 2021 für die ARD vor der Kamera, moderiert die „Sportschau“, Länderspiele und große Turniere. Privat hält sie sich weiter bedeckt, doch in diesem Fall machte sie klar, wie sehr die damalige Krise ihr Denken verändert hat.

Laut Joyn half ihr vor allem die Erkenntnis, nicht ständig nur funktionieren zu müssen. Heute gehe sie achtsamer mit sich um. Gerade deshalb haben ihre Worte Gewicht: Sie zeigen, dass Stärke im Fernsehen und Verletzlichkeit im Privaten nebeneinander bestehen können.