Moderatorin Carolin Reiber gehört zu den prägenden Gesichtern des deutschen Fernsehens. Heute - mit 85 - lebt die Münchnerin deutlich ruhiger als zu ihren Hochzeiten im TV, doch von Stillstand kann keine Rede sein.

Sie genießt ihren Ruhestand, ohne sich völlig aus dem öffentlichen Leben zu verabschieden. Regelmäßig ist der Schlagerstar noch bei Veranstaltungen zu sehen - dabei zeigt sich Reiber immer elegant, stilvoll und mit einem Lächeln auf den Lippen.

Carolin Reiber heute: Ruhestand mit klaren Prinzipien

Im Gespräch mit der Programmzeitschrift „Auf einen Blick“ erklärte Fernsehansagerin und Moderatorin Carolin Reiber im Oktober 2025, sie sei im Ruhestand „entspannter mit sich geworden“. Früher sei ihr Aussehen ständig kontrolliert worden, heute müsse nicht mehr alles allzu perfekt wirken wie im Fernsehen.

Mit moderner Kommunikation kann sie allerdings wenig anfangen: „Ich greife lieber zum Telefon, nutze auch mein Faxgerät und gehe regelmäßig zum Briefkasten“, so Reiber. Eine klare Regel hat sie in ihrem Freundeskreis eingeführt: Fotos von Essen möchte sie nicht auf dem Handy sehen – stattdessen wünscht sie sich eine echte Einladung an den Tisch.

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So sieht Carolin Reiber heute aus.

Engagement für Senioren und Nähe zur Familie

Abseits der Kameras widmet sich Reiber verstärkt sozialen Themen. Besonders am Herzen liegt ihr die Lichtblick-Seniorenhilfe, für die sie sich als Botschafterin engagiert. Die Organisation unterstützt bundesweit ältere Menschen, die von Altersarmut betroffen sind, mit finanzieller Hilfe, Patenschaften und Veranstaltungen gegen Einsamkeit.

Und mit noch etwas tut sie anderen gerne etwas Gutes. Reiber erzählt, sie trage in ihrer Handtasche stets Fünf-Euro-Gutscheine für Blumen bei sich, die sie spontan verschenkt: „Ich liebe es, Menschen zu überraschen.

Enge Freundschaft zu den Kessler-Zwillingen

Ein besonders sensibles Kapitel in ihrem Leben ist die enge Freundschaft zu den Show-Tänzerinnen Alice und Ellen Kessler, die im November 2025 verstarben. Moderatorin Carolin Reiber wohnte in ihrer Nachbarschaft und verband mit den Zwillingen viele gemeinsame Jahre, Auftritte und private Momente.

Kurz vor ihrem gemeinsamen assistierten Suizid schickten die Schwestern ihr ein Päckchen mit dem Hinweis, es erst an einem bestimmten Datum zu öffnen. Wie unter anderem die „Abendzeitung“ zusammenfasste, öffnete Reiber das Paket, nachdem sie vom Tod der beiden erfahren hatte, und fand darin „wunderschöne Schmuckstücke, die ich immer an ihnen bewundert hatte, teils mit Jadesteinen“. Dazu lag ein Abschiedsbrief, den sie als „unglaublich persönliches Abschiedsgeschenk“ beschrieb.

TV-Legende mit beeindruckender Karrierebilanz

Trotz ihres Rückzugs bleibt Reibers Karriere präsent. Die Tochter des Szenenbildners Ludwig Reiber stand schon als Kind vor der Kamera, unter anderem im Film „Das doppelte Lottchen“ von 1950. Nach einer Ausbildung zur Fremdsprachenkorrespondentin wechselte sie Mitte der 1960er-Jahre zum Bayerischen Rundfunk und wurde dort Fernsehansagerin.

Später prägte sie Sendungen wie „Jetzt red i“, „Unser Land“, „Lustige Musikanten“ und das Magazin „Carolins Fleckerlteppich“, gefolgt von „Bayerntour“. Bundesweit wurde sie durch die „Volkstümliche Hitparade“ im ZDF und den „Grand Prix der Volksmusik“ einem Millionenpublikum vertraut.

Zahlreiche Auszeichnungen – von der Goldenen Kamera über den Bambi bis zum Bayerischen Fernsehpreis-Ehrenpreis – würdigen ein Lebenswerk, das sie heute in Ruhe und mit viel Dankbarkeit betrachten kann.