Mit Sonny Rollins (†95) ist einer der wichtigsten Saxofonisten der Jazzgeschichte gestorben. Der US-Musiker starb im Alter von 95 Jahren in seinem Haus in Woodstock im Bundesstaat New York. Über Jahrzehnte prägte er den modernen Jazz mit einem Ton, der sofort zu erkennen war, und mit Soli, die Generationen von Musikerinnen und Musikern beeinflussten.

Sonny Rollins prägte den Sound des modernen Jazz

Rollins stand für künstlerische Disziplin, für ständige Suche nach Verbesserung und für eine Karriere, die weit über den Jazz hinaus Wirkung zeigte. Auch im hohen Alter sprach er noch über Musik, Spiritualität und das Älterwerden.

Seine Laufbahn begann bereits in den späten 1940er-Jahren. Später spielte Sonny Rollins mit Größen wie Miles Davis, Thelonious Monk, Dizzy Gillespie und John Coltrane. Als „Saxofon-Koloss“ wurde er weltweit verehrt, nicht zuletzt wegen seines gleichnamigen Albums von 1956, auf dem auch „St. Thomas“ zu hören ist.

Seit den 1940er-Jahren veröffentlichte der in Harlem geborene Künstler mehr als 60 Alben. Wie „t-online“ berichtet, bestätigte seine Sprecherin Terri Hinte den Tod des Musikers. Auf seiner Website hieß es zudem: „Mit tiefer Trauer und inniger Liebe geben wir das Ableben von Sonny Rollins bekannt.“

Sonny Rollins zog sich für sein Spiel jahrelang zurück

Zu den bekanntesten Episoden seines Lebens zählt seine Auszeit Ende der 1950er-Jahre. Weil er mit seinem eigenen Spiel unzufrieden war, zog sich Rollins zeitweise von Bühne und Studio zurück und übte stundenlang auf der Williamsburg Bridge in New York. Aus dieser Phase entstand später das Album „The Bridge“.

Auch in den späten 1960er-Jahren verschwand er erneut für längere Zeit aus der Öffentlichkeit und beschäftigte sich intensiv mit Yoga und Buddhismus. Dieser Drang zur Weiterentwicklung machte ihn für viele Kolleginnen und Kollegen zu einer Ausnahmefigur des Jazz.

Yoga half Sonny Rollins im Kampf gegen Suchtprobleme

Sein Leben verlief nicht geradlinig. In jungen Jahren kämpfte Rollins mit Drogenproblemen, war zeitweise obdachlos und saß wegen bewaffneten Raubüberfalls im Gefängnis. Mitte der 1950er-Jahre gelang ihm der Neuanfang. Yoga spielte dabei eine wichtige Rolle.

„Mein Körper wird zu Staub werden. Aber meine Seele wird ewig weiterleben“, sagte Sonny Rollins laut „n-tv“ in einem späteren Interview. Bis ins hohe Alter sprach er offen über Spiritualität und darüber, wie ihm Übungen halfen, Abstand von Alkohol und Drogen zu halten.

Sonny Rollins arbeitete auch mit den Rolling Stones

Rollins blieb nicht auf die Jazzszene beschränkt. 1981 spielte er das markante Saxofon-Solo auf dem Rolling-Stones-Song „Waiting on a Friend“ und wirkte an mehreren Stücken des Albums „Tattoo You“ mit. 2012 gab er sein letztes Konzert, ab 2014 konnte er wegen einer Lungenfibrose nicht mehr Saxofon spielen.

Dennoch blieb sein Einfluss enorm. Barack Obama ehrte ihn mit der National Medal of the Arts und sagte über ihn, Rollins habe ihn dazu inspiriert, „Risiken einzugehen, die ich sonst vielleicht nicht eingegangen wäre“, wie „Welt“ berichtet. Damit endet ein Leben, das den Jazz dauerhaft verändert hat.