Schauspieler Sigmar Solbach prägte mit Rollen in Serien wie „Dr. Stefan Frank – Der Arzt, dem die Frauen vertrauen“, „Schwarzwaldklinik“ oder „Das Traumschiff“ eine ganze TV-Ära. Millionen verfolgten seine Auftritte. Heute hat er sich jedoch weitgehend aus der Film- und Fernsehwelt zurückgezogen. Seit mehr als einem Jahrzehnt nimmt er keine Angebote für Dreharbeiten mehr an – und das ganz bewusst. Statt Glamour und Kameras bestimmen Segeltörns, Theaterproben und ein ruhiger Alltag in München sein Leben.
Sigmar Solbach lehnt TV-Angebote konsequent ab
Trotz seiner langen Karriere sieht Sigmar Solbach keinen Weg zurück vor die TV-Kamera. „Gedreht habe ich schon lange nicht mehr, obwohl ich das körperlich locker schaffen würde. Ich habe dreimal mit dem Segelschiff den Atlantik überquert“, sagt der 79-Jährige gegenüber Bild und macht deutlich, dass es nicht an seiner Fitness liegt.
Vielmehr stören ihn die Inhalte und Arbeitsbedingungen: „Aber mir haben die Bücher nicht gefallen. Und Regisseure und Schauspieler haben bei TV-Filmen kaum noch Mitspracherechte.“ Selbst die prestigeträchtige Kapitänsrolle beim ZDF-„Traumschiff“ sagte er ab – sie ging später an Sascha Hehn und wurde 2019 von Florian Silbereisen übernommen.
„Rote Teppiche sind nicht meine Welt“
Mit dem klassischen Promi-Leben konnte Sigmar Solbach nie viel anfangen. „Rote Teppiche sind nicht meine Welt. Da habe ich eine Phobie entwickelt. Diese Selbstdarstellung bereitet mir körperliche Schmerzen“, erklärt er im Gespräch mit Bild. Besonders schwer fällt ihm der Umgang mit übersteigertem Ego in der Branche: „Ich bekomme Atemnot, wenn ich mich in Räumen befinde, die mit Egos angefüllt sind. Wie bei Filmbällen. Diese Schwingungen von Menschen, die nach Aufmerksamkeit buhlen, die wichtig sein und gesehen werden wollen, tun mir seelisch weh.“
Statt Galaabenden verbringt er seine Zeit lieber auf dem Segelboot, beim Radeln durch München oder im kleinen Freundeskreis, in dem er einfach „der Sigmar“ ist.
Theaterbühne als künstlerische Heimat
Ganz ohne Schauspielerei kann und will Sigmar Solbach jedoch nicht leben. Seine Leidenschaft gilt heute dem Theater. „Eine Rolle muss mich berühren, mir die Haare aufstellen. Sonst mache ich es nicht“, betont er. Auf der Bühne findet er genau diese Intensität: „Zu spüren, wie die Menschen dir zuhören, wie du ihnen direkt etwas vermitteln kannst, ist das schönste Geschenk.“
Aktuell steht er in der Komödie im Bayerischen Hof in München in dem Stück „Der Abschiedsbrief“ auf der Bühne, wo er den Ehemann von Schauspielerin Michaela May spielt.
Offene Worte über Liebe und Partnerschaft
Neben der Arbeit spricht Sigmar Solbach auch über sein Privatleben und das Geheimnis seiner langen Ehe. Seit 24 Jahren ist er mit seiner Frau Claudia verheiratet. „Diese Geschichte zeigt eindrücklich, wie wichtig es ist, nicht wortlos nebeneinanderherzuleben“, sagt er mit Blick auf das Theaterstück.
Über seine eigene Beziehung erklärt er: „Wir reden viel und finden immer eine Lösung, wenn es Differenzen gibt. Man muss gelassen bleiben, dem anderen Freiräume geben und ihn nicht nach seinem Gusto formen. Das hält Liebe jung.“