Die Nachricht vom Tod von Uwe Kockisch löste große Trauer aus. Der Schauspieler starb am 22. Dezember 2025 im Alter von 81 Jahren in Madrid. Das bestätigte seine Agentin, wie „Bild“ berichtete. Zudem hieß es laut der Zeitung „Junge Welt“, dass Kockisch an den Folgen seiner Lungenkrebserkrankung im Krankenhaus starb.
Über Jahrzehnte zählte Kockisch zu den markanten Gesichtern des deutschen Fernsehens. Mit seiner Präsenz prägte er Figuren, die vielen Zuschauerinnen und Zuschauern lange im Gedächtnis blieben. Besonders in Krimis und Dramen zeigte er eine Vielseitigkeit, die ihn zu einem der wichtigsten Charakterdarsteller seiner Generation machte.
Uwe Kockisch prägte „Donna Leon“ als Commissario Brunetti
Einem Millionenpublikum war Uwe Kockisch vor allem als Commissario Brunetti in der ARD-Reihe „Donna Leon“ vertraut. In mehr als 20 Filmen spielte er den venezianischen Ermittler und wurde damit zu einem festen Bestandteil des Sonntagabends. Bis Ende 2019 verfolgten regelmäßig mehrere Millionen Menschen seine Fälle in der Lagunenstadt.
Zuvor hatte Kockisch bereits in den 1990er-Jahren mit der Titelrolle in „Zappek“ auf sich aufmerksam gemacht und sich damit auch im gesamtdeutschen Fernsehen einen festen Platz erarbeitet.
„Weissensee“ zeigte Uwe Kockischs ganze Intensität
Neben seinen Krimierfolgen setzte Kockisch auch mit der Serie „Weissensee“ starke Akzente. Dort verkörperte er von 2010 bis 2018 den Stasi-Offizier Hans Kupfer. Für diese Darstellung erhielt er unter anderem den Deutschen Fernsehpreis.
Auch in weiteren Produktionen blieb er präsent, darunter „Martha und Tommy“, „3½ Stunden“, „Das Mambospiel“ und „Rubinrot“.
Fluchtversuch aus der DDR prägte sein späteres Leben
Auch seine eigene Lebensgeschichte war einschneidend. 1961 versuchte der damals 17-Jährige mit Freunden, auf einem Kutter aus der DDR zu fliehen. Der Plan wurde verraten, Kockisch erhielt eine Haftstrafe von sechs Monaten. Jahre später sprach er offen über diese Erfahrung und ihre Folgen.
„Diese Monate haben mich zehn Jahre weitergebracht. Von dem, was ich damals erlebt habe, zehre ich heute noch“, so Uwe Kockisch gegenüber „Bild“. Bitterkeit wollte er dennoch nicht zulassen. „Ich lebe in der Gegenwart", sagte der Schauspieler.
Theater, Familie und die letzten Jahre in Madrid
Geboren wurde Uwe Kockisch am 31. Januar 1944 in Cottbus. Vor seiner Schauspielausbildung an der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ in Berlin arbeitete er zunächst als Tagebaumaschinist. Es folgten Engagements in Cottbus, Chemnitz, am Maxim-Gorki-Theater und an der Schaubühne.
Sein Filmdebüt gab er 1973 mit „Für die Liebe noch zu mager?“, in der DDR galt auch „Dein unbekannter Bruder“ als wichtiger Meilenstein. Nach der Wiedervereinigung setzte er seine Laufbahn erfolgreich fort.
Privat war er in zweiter Ehe mit Schauspielerin Christine Gautier verheiratet und hinterließ zwei Söhne. Seine letzten Jahre verbrachte er in Spanien.