Wenn ein Mann mit niederbayerischem Dialekt über türkische Einwanderer, die CSU und den Maibock-Anstich philosophiert, dann kann das nur einer sein: Django Asül. Der Kabarettist gehört seit Jahrzehnten zu den scharfsinnigsten Beobachtern der bayerischen Seele.
Sein 54. Geburtstag war ein passender Anlass, um auf die Biografie hinter der Kunstfigur zu schauen. Also wer ist der Mann hinter der Kunstfigur wirklich? Diese 7 Fakten über den „Botschafter von Niederbayern" haben selbst eingefleischte Fans nicht alle auf dem Schirm!
1. Er heißt in Wirklichkeit ganz anders
Django Asül? Klingt nach Bühne, ist aber ein Kunstname! Bürgerlich heißt der Kabarettist Uğur Bağışlayıcı. Und das Kurioseste: Den Künstlernamen erfand er nicht etwa vor seinem ersten Auftritt – sondern bei einem Betriebsausflug mit seinen Bankkollegen. Ja, richtig gelesen: Bankkollegen!
2. Eigentlich ist er gelernter Bankkaufmann – und Tennislehrer
Bevor Django Asül die Kabarettbühnen eroberte, schlug er einen ganz anderen Weg ein: Nach seinem Abitur 1992 machte er eine Ausbildung zum Bankkaufmann bei der Sparkasse Deggendorf. Und weil einmal offenbar nicht genug war, sattelte er noch eine Ausbildung zum Tennislehrer obendrauf. Erst Mitte der 1990er entdeckte er nach einem Besuch bei Kabarettist Matthias Beltz in Berlin seine wahre Berufung.
3. Er sprach erst mit zwölf Jahren richtig Türkisch
Klingt paradox, ist aber wahr: Obwohl Django Asül als Sohn türkischer Einwanderer zur Welt kam, war seine Muttersprache Niederbayerisch. Türkisch sprach er bis zu seinem zwölften Lebensjahr nur holprig. Seine Eltern waren 1971 zum Arbeiten nach Deggendorf gekommen und wollten eigentlich nach wenigen Jahren in die Türkei zurück – blieben dann aber wegen der besseren Bildungschancen für die Kinder. Ein Glücksfall für die deutsche Kabarettszene!
4. Er ging mit einem späteren SPD-Politiker zur Schule
Was für eine Schulklasse muss das gewesen sein: Django Asül drückte gemeinsam mit dem späteren SPD-Politiker Florian Pronold die Schulbank – und absolvierte später sogar mit ihm die Sparkassenlehre! Man stelle sich die Pausengespräche vor…
5. Er war der Letzte seiner Familie, der Deutscher wurde
Jahrelang lebte Django Asül in Deutschland – mit türkischem Pass. Erst 2011 gab er seine türkische Staatsbürgerschaft zurück und wurde deutscher Staatsbürger. Pikantes Detail am Rande: Nach eigenen Angaben war er der Letzte in seiner Familie, der sich einbürgern ließ. Ein Running Gag, den er auch auf der Bühne gerne verarbeitet.
6. Sein Nockherberg-Auftritt war ein Skandal – im positiven wie im negativen Sinne
2007 übernahm Django Asül als erster Nicht-Bruder-Barnabas die berühmte Fastenpredigt auf dem Münchner Nockherberg – als Nachfolger von Bruno Jonas. Doch die Paulaner-Brauerei entschied sich noch im selben Jahr gegen eine Fortsetzung und wollte zur traditionellen Figur des Bruder Barnabas zurückkehren. Ein einmaliges Gastspiel, über das in der bayerischen Kabarettszene bis heute diskutiert wird.
Ein Trostpflaster gab es aber: Seit 2008 hält Asül die Rede beim Maibock-Anstich im Münchner Hofbräuhaus – und derbleckt dort regelmäßig die bayerische Polit-Prominenz.
7. Er ist offizieller „Botschafter von Niederbayern"
Das ist kein Scherz, sondern ein echter Titel! Auf Initiative des damaligen CSU-Staatsministers Erwin Huber wurde Django Asül 2004 offiziell zum „Botschafter von Niederbayern" ernannt. Ein Kabarettist mit Migrationshintergrund als offizieller Repräsentant einer der urigsten Regionen Deutschlands – allein das ist fast schon wieder Kabarett. Und zeigt, wie tief verwurzelt Asül in seiner Heimat wirklich ist.
Lieber Django Asül – alles Gute zum 54. Geburtstag! Bleiben Sie uns weiter so scharfzüngig, so bayerisch und so herrlich unkorrekt erhalten. Die deutsche Kabarettlandschaft wäre ohne Sie um einiges langweiliger.