Die Nachricht trifft Fans elektronischer Musik hart: DJ Kavinsky ist im Alter von 50 Jahren gestorben. Der französische Musiker und Produzent, der mit bürgerlichem Namen Vincent Belorgey hieß, wurde in seiner Wohnung in Paris tot aufgefunden. Besonders eng ist sein Name mit dem Song „Nightcall“ verbunden, der durch den Film „Drive“ weltweit große Bekanntheit erreichte. Mit seinem düsteren, stark von den Achtzigerjahren geprägten Sound schuf er eine eigene Klangwelt, die weit über Frankreich hinaus wirkte und ihn zu einer festen Größe der Elektroszene machte.

Vincent Belorgey stirbt in seiner Pariser Wohnung

Wie Spiegel berichtet, wurde nach dem Tod des Künstlers eine Untersuchung zur Klärung der Todesursache eingeleitet. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft gebe es bislang keine verdächtigen Anhaltspunkte. Auch französische Medien meldeten übereinstimmend, dass Einsatzkräfte den Musiker am Dienstagabend leblos in seiner Wohnung fanden.

Nach Informationen aus Frankreich wird zudem geprüft, ob ein Schlaganfall eine mögliche Ursache gewesen sein könnte. Offizielle Ergebnisse dazu liegen bislang nicht vor.

„Nightcall“ machte Kavinsky international berühmt

Seinen größten weltweiten Erfolg feierte DJ Kavinsky mit „Nightcall“. Der Titel lief im Vorspann von „Drive“ aus dem Jahr 2011 mit Ryan Gosling und wurde damit für viele Hörer zum ersten Kontakt mit seinem Stil. Auch sein 2013 veröffentlichtes Debütalbum „Outrun“ knüpfte an diese Ästhetik an. Der Titel war kein Zufall: Das gleichnamige Rennspiel der Achtziger inspirierte ihn stark.

Seine Musik war zudem in Games präsent, darunter ein Remix von „Testarossa Autodrive“, der in „Grand Theft Auto IV“ und „Gran Turismo 5 Prologue“ zu hören war.

Kavinsky erfand für sich ein düsteres Alter Ego

Hinter DJ Kavinsky stand nicht nur ein Musiker, sondern auch eine konsequent entworfene Kunstfigur. Laut n-tv galt er als prägende Figur der französischen Elektroszene. Seine Bühnenfigur trug in der erfundenen Geschichte rote Augen und blaue Haut, ein Wesen zwischen Mensch, Maschine und Zombie.

Der fiktiven Biografie zufolge starb Kavinsky in den Achtzigern bei einem Unfall mit einem Ferrari Testarossa und kehrte Jahre später zurück. „Ich kann nicht einfach so komponieren. Diese Geschichte war ein guter Startpunkt für mich“, so Belorgey laut Der Spiegel.

Auftritt bei Olympia bleibt als spätes Zeichen seiner Karriere

Noch 2024 stand der Künstler bei der Abschlusszeremonie der Olympischen Spiele in Paris auf der Bühne. Dort spielte er „Nightcall“ gemeinsam mit der belgischen Sängerin Angèle und der französischen Band Phoenix. Oft wurde Belorgey mit Daft Punk oder Justice verglichen, mit denen er auch tourte, doch sein nostalgisch aufgeladenes Achtziger-Universum blieb eigenständig.

Am 31. Juli hätte er seinen 51. Geburtstag gefeiert. Mit seinem Werk hinterlässt er Spuren in Film, Popkultur und elektronischer Musik, die für viele Fans eng mit einer ganz bestimmten nächtlichen Stimmung verbunden bleiben.