Am Samstag, den 9. Mai 2026, wurde der 19-jährige Remo Aimé Pollert, Sohn der Schauspielerin Lara Joy Körner, leblos in der Isar an der Münchner Ludwigsbrücke gefunden. Nach Angaben der Polizei gibt es keine Hinweise auf eine Fremdeinwirkung. Lara Joy Körner selbst hat sich bisher nicht öffentlich geäußert – und das ist gut so. Denn an ihrer Stelle spricht eine Frau, die genau weiß, was eine Mutter in diesen Stunden braucht: ihre eigene Mutter.

Diana Körner und die Worte einer Großmutter

„Es ist für uns alle ganz furchtbar. Wir sind fassungslos. Der arme Junge. Es fühlt sich so unrealistisch an. Wir können das noch nicht begreifen. Wie es meiner Tochter geht, kann man sich sicher vorstellen", sagte Diana Körner der „Bild". Was diese wenigen Sätze leisten, ist enorm. Sie informieren die Öffentlichkeit, sie wahren die Würde des verstorbenen Enkels, sie nennen das Unfassbare beim Namen – und sie schließen die Tür hinter ihrer Tochter zu, damit diese ungestört trauern kann. Es sind Worte einer 81-Jährigen, die selbst Schauspielerin ist, die die Mechanismen der Medien kennt und die genau weiß, was zu sagen ist. Und vor allem: was nicht.

Diana Körner – die Frau, die immer Mutter geblieben ist

Diana Körner, geboren am 24. September 1944 in Wolmirsleben, ist eine der prägenden deutschen Charakterdarstellerinnen ihrer Generation. In Stanley Kubricks „Barry Lyndon" wurde sie 1975 als deutsche Bauerntochter Lischen international bekannt. Generationen kennen sie aus „Forsthaus Falkenau", „Der Bulle von Tölz", „Liebling Kreuzberg" und „Samt und Seide". Doch über alle Rollen hinweg blieb sie eines: Mutter. Mutter von Lara Joy aus der Beziehung mit dem Börsenmakler Michael Büchter. Mutter von Jenny-Joy Kreindl aus der Ehe mit dem Schauspieler Werner Kreindl, der 1992 starb. Zwei Töchter, beide Schauspielerinnen geworden, beide eng verbunden mit ihrer Mutter bis heute.

Diana Körner und die unsichtbare Schutzmauer um Lara Joy

Was Diana Körner in diesen Tagen tut, hat einen Namen, den die Psychologie kennt: containment. Eine Mutter, die das Unaussprechliche aufnimmt, in Worte fasst und nach außen trägt, damit das Kind nicht selbst sprechen muss. Das ist eine sehr hohe Form der Mutterliebe. Und sie ist alles andere als selbstverständlich. Im deutschen Showgeschäft hätte mancher Promi-Vertreter ein dünnes Pressestatement verfasst, hätte eine Agentur dazwischengeschaltet, hätte den Trauernden allein gelassen mit den Mikrofonen vor der Tür. Diana Körner macht es anders. Sie stellt sich selbst nach vorn. Sie nennt sich „wir", weil sie für eine ganze Familie spricht. Und sie schenkt ihrer Tochter, was diese jetzt am dringendsten braucht: Stille.

Diana Körner und das Familienband, das schon viele Stürme überstand

Diese Familie weiß, was Schicksalsschläge sind. 1992 verlor Diana Körner ihren zweiten Ehemann, den Schauspieler Werner Kreindl – Lara Joys Stiefvater. 2016 starb auch ihr langjähriger Lebensgefährte, der Filmproduzent Erich Müller. Auch Lara Joy hat 2013 das Ende ihrer eigenen Ehe mit Dr. Heiner Pollert durchgestanden, dem Vater dreier ihrer Söhne. In all diesen Momenten ist diese Münchner Schauspielfamilie nicht auseinandergebrochen, sondern enger zusammengewachsen. Diana, Lara Joy und die Halbschwester Jenny-Joy bilden ein Frauen-Trio, das durch alles getragen hat, was das Leben ihnen abverlangt hat. Heute zeigt sich, wie tief dieses Band wirklich reicht.

Diana Körner – eine Geste, die Generationen versteht

Vielleicht ist das die schönste, leiseste Geschichte hinter dieser Tragödie: Eine Mutter wird mit 81 Jahren noch einmal ganz Mutter. Sie nimmt die Last, sie nimmt die Mikrofone, sie nimmt das Sprechen ab. Damit ihre Tochter sich in das zurückziehen kann, was jetzt allein zählt: in die Trauer um Remo, in die Sorge um die anderen Söhne, in die Erinnerung an ein junges Leben. Wir alle, die Diana Körner über Jahrzehnte aus Film und Fernsehen kennen, sehen sie in diesen Tagen in einer Rolle, für die sie nie eine Kamera brauchte. Lara Joy Körner und ihrer Familie wünschen wir von ganzem Herzen nur das Beste – und Diana Körner, dieser starken, leisen Frau, gilt unser stiller Dank für eine Geste, die mehr sagt als jedes Drehbuch.

Hilfetelefon und seelsorgerische Unterstützung

Wer selbst in einer schweren Lebenssituation steckt oder jemanden kennt, der Hilfe braucht, findet rund um die Uhr kostenlose und anonyme Unterstützung bei der Telefonseelsorge unter 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222.