Rolf Schimpf (†100) ist vor über einem Jahr im Alter von stolzen 100 Jahren gestorben. Der Schauspieler lebte seit 2023 in einem Pflegeheim und litt an Demenz.

Bei ihm war in seinen letzten Momenten eine Pflegerin, er war also nicht allein. Besonders eindrücklich schildern Mitarbeitende des Hauses, wie ruhig und friedlich dieser Abschied gewesen sein soll. „Herr Schimpf starb mit einem Lächeln. Er sah wunderschön aus. So zufrieden. Er hatte keine Schmerzen“, so die Pflegerin kurz nach seinem Tod zur „Bild“.

Damit endete das Leben eines Mannes, der über Jahrzehnte zu den prägenden Gesichtern des deutschen Fernsehens gehörte.

Rolf Schimpf wurde in den letzten Tagen eng begleitet

Schon einige Wochen vor seinem Tod hatte sich der Zustand des TV-Darstellers deutlich verändert. Nach einem Sturz in seinem Zimmer kam er mit einer Verletzung an der Hand ins Krankenhaus. Nach wenigen Tagen kehrte er ins Heim zurück, doch dort bemerkten die Pflegekräfte, dass er nicht mehr derselbe war.

„Rolf Schimpf war bereit, er wollte gehen, das haben wir gespürt. Wir haben unser Palliativ-Team dazu gebeten. Jeden Tag saß ein Mitarbeiter an seinem Bett, hat mit ihm gesprochen, ihn gestreichelt. Er öffnete dann kurz die Augen und bedankte sich“, erklärte eine Mitarbeiterin laut „Bild“.

Sohn Daniel verabschiedete sich vor der Reise

Auch die Familie bereitete sich auf den Abschied vor. Schimpfs Sohn Daniel hatte sich bereits rund zwei Wochen vor Rolf Schimpfs Tod von seinem Vater verabschiedet, weil er beruflich verreisen musste.

Als sich das Ende abzeichnete, kamen alle Mitarbeitenden, die ihn seit seinem Einzug betreut hatten, einzeln an sein Bett. Diese letzten Stunden waren von Nähe geprägt. Eine Pflegekraft fasste die Stimmung mit schlichten Worten zusammen: „Einer geht, einer kommt. So ist das Leben hier. Wir werden Herrn Schimpf nicht vergessen“, sagte sie der „Bild“.

Schwarzer Anzug für die letzte Reise

Für seine Beisetzung wurde Rolf Schimpf in einen schwarzen Anzug und ein weißes Hemd gekleidet. Seine Urne wurde auf dem Münchner Nordfriedhof beigesetzt, im Grab neben seiner Ehefrau Ilse Zielstorff, die 2015 starb.

Rolf Schimpf prägte „Der Alte“ über Jahrzehnte

Geboren wurde Rolf Schimpf 1924. Nach Kriegserfahrungen und einer schweren Kopfverletzung schlug er zunächst einen kaufmännischen Weg ein, bevor er Schauspiel studierte und an mehreren Bühnen spielte. Später folgten zahlreiche Fernsehrollen, darunter in „Hafenkrankenhaus“, „SOKO 5113“, „Die Schwarzwaldklinik“ und „Sturm der Liebe“.

Seine wichtigste Rolle übernahm er jedoch als Kriminalhauptkommissar Leo Kress in „Der Alte“. Er spielte die Figur über mehr als zwei Jahrzehnte und stand für über 120 Film- und Fernsehproduktionen vor der Kamera. Damit hinterlässt er ein außergewöhnlich großes Werk.