Cordula Trantow ist tot. Die Schauspielerin starb am 12. August im Alter von 83 Jahren nach kurzer, schwerer Krankheit im Kreis ihrer Familie. Das teilte ihre Agentur mit. Geboren wurde sie während des Zweiten Weltkriegs in Berlin, später lebte sie lange in Bayern. Trantow gehörte über viele Jahrzehnte zu den präsenten Gesichtern in Film, Fernsehen und Theater. Neben ihrer Arbeit vor der Kamera war sie auch Regisseurin, Theatergründerin und Synchronsprecherin. Verheiratet war sie mit dem Theaterregisseur Rudolf Noelte.
Cordula Trantow schaffte den Durchbruch mit „Die Brücke“
Ihren Durchbruch hatte die gelernte Balletttänzerin Ende der 1950er Jahre mit Bernhard Wickis Antikriegsfilm „Die Brücke“. Für ihre Rolle erhielt sie das Filmband in Gold als beste Nachwuchsschauspielerin, wie faz.net berichtet. Später sagte sie über den Film: „Er hat mir alle Türen geöffnet und war ein Geschenk.“
In dem Werk spielte sie die Franziska und setzte in dem Kriegsdrama einen markanten Akzent. Danach folgten weitere anspruchsvolle Produktionen im deutschen und internationalen Kino.
Hollywood brachte Cordula Trantow eine Nominierung ein
Der Erfolg führte sie auch in die USA. 1962 spielte sie in der Produktion „Hitler“ Adolf Hitlers Nichte und wurde dafür für einen Golden Globe nominiert. Einen dauerhaften Weg in Hollywood schlug sie jedoch nicht ein. „Das bedeutete mir überhaupt nichts“, sagte Trantow laut Focus in einem früheren Interview.
Weiter hieß es von ihr, ihr innerer Kompass habe sie in eine andere Richtung geführt. Statt auf die Traumfabrik setzte sie im weiteren Verlauf ihrer Laufbahn stark auf die Bühne.
Theater in München und Stuttgart wurde ihr Schwerpunkt
Die Schauspielerin arbeitete an renommierten Häusern unter anderem in München und Stuttgart. Später führte sie auch Regie und gründete den Weilheimer Theatersommer in Oberbayern. Dort machte eine umstrittene „Faust“-Inszenierung Schlagzeilen.
Auch im Fernsehen blieb sie präsent und übernahm Gastrollen in Krimiserien wie „Derrick“ und „Der Alte“. Hinzu kamen Arbeiten in Produktionen wie „Unser Walter“ und „Die Halde“. Mit Rudolf Noelte war sie auch künstlerisch verbunden und wirkte in seiner Kafka-Verfilmung „Das Schloss“ mit.
Cordula Trantow arbeitete auch als Synchronsprecherin
Neben Film und Theater war Cordula Trantow eine markante Stimme im Synchronbereich. Laut Bild lieh sie unter anderem Figuren von Ali MacGraw und Geneviève Bujold ihre Stimme. Ihre Agentur Nicolai teilte zudem mit, dass sie neben dem klassischen Theater ein ausgeprägtes Faible für komische Rollen gehabt habe und solche Aufgaben gern übernommen habe.
Zu ihren späten öffentlichen Rückblicken gehörte auch ein Satz über ihre frühe Popularität: Männer hätten ihr noch lange gesagt, sie sei der Schwarm ihrer Jugend gewesen, darunter auch Gerhard Schröder.