David Hockney ist tot. Der britische Künstler starb im Alter von 88 Jahren in seiner Londoner Wohnung, wie seine Agentin bestätigte. Damit verliert die Kunstwelt einen Maler, dessen Werke weit über Museen hinaus wirkten. Hockney galt als einer der prägendsten Künstler des 20. und 21. Jahrhunderts. Seine Bilder verbanden Leuchtkraft, Klarheit und ein feines Gespür für Alltagsszenen. Zu seinen bekanntesten Arbeiten zählen „A Bigger Splash“ und „Le Plongeur“, dazu kam später eine Fülle an Landschaften, Porträts und digitalen Arbeiten.

David Hockney prägte das Bild von Kalifornien

Geboren wurde Hockney im Norden Englands, aufgewachsen ist er während des Zweiten Weltkriegs als eines von fünf Kindern in einer Arbeiterfamilie. Früh fiel sein Talent auf, später studierte er am Royal College of Art in London. In den sechziger Jahren zog es ihn nach Los Angeles.

Dort fand er jene Motive, die sein Werk weltweit berühmt machten: Swimmingpools, Bungalows, Sonne und offene Räume. Laut Tagesschau sagte Hockney schon 1979: „London hat viele trostlose Gegenden, aber ich finde in Los Angeles nie etwas Trostloses. Ich bin jeden Tag aufgeregt.

90,3 Millionen Euro für ein einziges Gemälde

Wie groß sein Rang war, zeigte sich auch auf dem Kunstmarkt. Das Gemälde „Portrait of an Artist (Pool with Two Figures)“ aus dem Jahr 1972 wurde 2018 bei Christie’s für 90,3 Millionen US-Dollar verkauft. Zeitweise war es damit das teuerste bei einer Auktion versteigerte Werk eines lebenden Künstlers.

Hockney schuf im Lauf seiner Karriere schätzungsweise 2000 Bilder, viele davon kamen nie auf den Markt. Seine Schwerpunkte lagen in der Landschafts- und Porträtmalerei, auch wenn er oft in die Nähe der Pop-Art gerückt wurde.

David Hockney fand später neue Motive in Europa

Nach den kalifornischen Jahren kehrte Hockney wieder stärker nach Europa zurück. In Yorkshire und in der Normandie entstanden großformatige Landschaften, blühende Bäume und weite Naturansichten. Dazu kamen experimentelle Arbeiten mit dem iPad, etwa Blumenstillleben und digitale Bilder mit intensiven Farben.

Wie Welt schreibt, habe Hockney nie ein trostloses Bild gemalt. Seine Werke wirkten oft heiter, offen und sinnlich, ohne dabei simpel zu sein. Gerade diese Mischung machte ihn für viele zu einem der zugänglichsten großen Künstler seiner Zeit.

David Hockney sprach offen über Erfolg und Freiheit

Neben seinem Werk blieb auch seine Haltung vielen im Gedächtnis. Schon als junger Künstler widersetzte er sich Konventionen, etwa an der Kunstakademie mit einer homosexuellen Szene statt einer erwarteten Aktzeichnung. Später sprach er nüchtern über Geld und Selbstbestimmung.

In dem Moment, als ich zum ersten Mal Bilder verkaufte, um meinen Lebensunterhalt zu verdienen, fühlte ich mich reich. Und ich bin es bis heute geblieben“, so David Hockney laut Spiegel. Gemeint war nicht nur finanzieller Erfolg, sondern die Freiheit, das eigene Leben nach den eigenen Bildern zu gestalten.