Die Bee Gees prägten mit ihrem unverwechselbaren Falsettgesang eine ganze Ära – doch hinter dem Glanz der Disco-Legenden stand eine Familiengeschichte voller Schmerz. Innerhalb weniger Jahrzehnte verlor die Musikerfamilie drei Brüder. Besonders die letzten Stunden von Maurice und Robin Gibb zeigen, wie eng Erfolg und Tragik bei den Gibb-Brüdern beieinander lagen. Es war ein stiller Abschied im Krankenhaus, begleitet von Familie und Musik, der das Kapitel Bee Gees endgültig schloss – und Barry Gibb als letzten der vier Brüder zurückließ.

Maurice Gibb: Not-OP in Miami endet tödlich

Am 12. Januar 2003 wird Musiker Maurice Gibb in seinem Haus in Florida von heftigen Magenschmerzen überrascht. Im Krankenhaus in Miami stellen die Ärzte einen akuten Darmverschluss fest, eine Notoperation ist unumgänglich. Während des Eingriffs kommt es zu schweren Komplikationen: Maurice erleidet einen Herzstillstand und muss reanimiert werden. Kurz darauf kommt er noch einmal zu Bewusstsein, öffnet die Augen und drückt die Hand seiner Tochter Samantha ein letztes Mal, wie The Guardian berichtete. In der Nacht stirbt er im Alter von 53 Jahren, an seinem Bett wachen Ehefrau Yvonne, seine Kinder und seine Brüder Barry und Robin.

Familien-Statement nach Maurice’ Tod beendet die Band

Nach Maurice’ Tod veröffentlicht die Familie ein emotionales Statement. „Mit großer Trauer und tiefem Schmerz geben wir den Tod von Maurice Gibb bekannt“, heißt es darin. Seine Angehörigen betonen seine „Liebe, seinen Enthusiasmus und seine Lebensenergie“, die ihnen Vorbild geblieben seien. Maurice galt als das gesellige Bindeglied der Gruppe, spielte Bass und Keyboard und war an Klassikern wie „Tragedy“ und „Jive Talkin’“ beteiligt. Sein plötzlicher Verlust markiert das faktische Ende der Bee Gees als aktive Band – ohne den Vermittler zwischen den Brüdern fehlte der Gruppe ihr innerer Zusammenhalt.

Robin Gibb: Kampf gegen Darm- und Leberkrebs

Zwillingsbruder Robin Gibb, von vielen Fans als die markante, leicht brüchige Stimme der Bee Gees verehrt, beginnt bereits 2010 gesundheitlich zu kämpfen. Nach einem Darmverschluss muss er operiert werden, wenig später folgt die Diagnose Darm- und Leberkrebs. Laut ITV unterzieht er sich mehreren Chemotherapien und weiteren Eingriffen. Anfang 2012 zeigt er sich optimistisch und erklärt, seine Krebserkrankung überwunden zu haben. Doch der Schein trügt: Am 20. Mai 2012 stirbt Robin in London im Alter von 62 Jahren an den Folgen der Krankheit und hinterlässt vier Kinder – und ein gewaltiges musikalisches Erbe.

Andy Gibb stirbt jung, Barry Gibb bleibt allein zurück

Die Tragödie der Familie beginnt schon Jahre zuvor mit dem frühen Tod des jüngsten Bruders Andy Gibb. Der Solosänger, der als Teenager auf Ibiza und in Australien auftrat, bricht am 9. März 1988 auf dem Anwesen von Bruder Robin zusammen und stirbt kurz darauf im Krankenhaus an einer Herzmuskelentzündung, wie BBC berichtete. Mit Maurice’ Tod 2003 und Robins Tod 2012 bleibt schließlich nur noch Sänger Barry Gibb übrig. Er lebt heute in Florida und hält mit Projekten wie dem Album „Greenfields“ die Musik seiner Brüder lebendig.