Die Sorge vor finanziellen Einbußen im Ruhestand ist groß. 60 Prozent der Befragten rechnen damit, sich im Alter einschränken zu müssen, 57 Prozent erwarten, dass ihr Einkommen später nicht für den heutigen Lebensstandard reicht. Gleichzeitig kennen 61 Prozent ihre persönliche Rentenlücke nicht, weil nur 39 Prozent deren Höhe beziffern können. Jeder Fünfte unternimmt bislang gar nichts für die private Vorsorge. Wie Bild unter Verweis auf eine YouGov-Erhebung für Commerzbank und comdirect berichtet, wurden dafür 1517 Menschen zwischen 18 und 55 Jahren befragt.

Altersvorsorgedepot 2027: 35 Prozent kennen das Modell noch nicht

Ab 2027 soll ein staatlich gefördertes Altersvorsorgedepot kommen. Es soll private Vorsorge stärker über Fonds und ETFs ermöglichen. 38 Prozent halten die Eröffnung eines solchen Depots für wahrscheinlich. Zugleich ist der Informationsbedarf hoch: 35 Prozent haben von dem Modell noch nie gehört, 62 Prozent kennen es zwar, wissen aber nur wenig darüber. 56 Prozent finden eine staatliche Förderung privater Altersvorsorge über Wertpapieranlagen sinnvoll. Wer sich gut informiert fühlt, ist deutlich aufgeschlossener: In dieser Gruppe halten 68 Prozent einen Abschluss für wahrscheinlich.

Junge Erwachsene und Familien: höheres Interesse am Depot

Am größten ist das Interesse bei den 18- bis 25-Jährigen. In dieser Altersgruppe sagen 47 Prozent, dass sie ein Altersvorsorgedepot wahrscheinlich eröffnen würden. Bei Eltern mit einem Kind liegt der Wert bei 42 Prozent, bei Familien mit zwei oder mehr Kindern bei 55 Prozent. Für Familien kommt hinzu, dass eine zusätzliche Zulage von bis zu 300 Euro pro Kind vorgesehen ist. Auch bei den nächsten Schritten liegen Jüngere vorn: 52 Prozent von ihnen planen innerhalb der kommenden zwölf Monate weitere Maßnahmen für die Altersvorsorge, im Gesamtdurchschnitt sind es 40 Prozent.

Thomas Schaufler: Wissen und Startbetrag prägen die Vorsorge

„Viele Menschen haben längst das Gefühl: Im Alter wird das Geld knapp. Gleichzeitig wissen viele nicht, was sie konkret dagegen machen sollen“, so Thomas Schaufler laut Commerzbank. Fast 60 Prozent können sich monatliche Einzahlungen von mindestens 50 Euro vorstellen, knapp ein Drittel würde bis zu 100 Euro anlegen. Bei der Selbsteinschätzung gibt es Unterschiede: Unter Männern, die das Depot kennen, fühlen sich 51 Prozent gut informiert, bei Frauen sind es 31 Prozent. Bei den 18- bis 25-Jährigen sagen das zwei Drittel, bei den 46- bis 55-Jährigen 29 Prozent.

Sparbuch, Beratung, Produktstart: worauf Sparer jetzt schauen

Drei Viertel nutzen bereits mindestens ein Produkt für die private Altersvorsorge. Fast jeder Dritte spart dafür jedoch auf Sparbuch, Tagesgeld oder Festgeld. 70 Prozent möchten bei der Geldanlage selbst entscheiden, 45 Prozent wünschen sich zusätzlich Unterstützung durch Wertpapierspezialisten. Für 80 Prozent ist eine einfache und verständliche Erklärung des Produkts wichtig, für 62 Prozent eine unkomplizierte Eröffnung und Verwaltung. Mehr als jeder Zweite würde das Depot bevorzugt bei einem Anbieter eröffnen, bei dem bereits eine Kundenbeziehung besteht. Commerzbank und comdirect planen dafür eigene Angebote zum Förderstart 2027.