Das WM-Finale im MetLife Stadium in East Rutherford bekam einen Rahmen, der eher an den Super Bowl als an ein klassisches Fußball-Endspiel erinnerte. In der Halbzeit setzte die Fifa auf eine große Musikshow mit internationalen Stars wie Madonna, Justin Bieber, Shakira, BTS, Coldplay und Burna Boy.
Statt einer kurzen Unterbrechung wurde daraus eine lange Pause, die bei vielen Zuschauern für Frust sorgte. Vor allem im Netz häuften sich kritische Kommentare, weil vielen Fans der Fokus auf dem Fußball fehlte und die Inszenierung als zu groß empfunden wurde.
Christoph Kramer äußert klare Kritik im ZDF
Auch Ex-Weltmeister Christoph Kramer zeigte sich nach der Show zurückhaltend. „Ich glaube, dass sich der Fußball schweren Herzens daran gewöhnen muss. Ich persönlich mag es jetzt nicht so“, sagte er im ZDF. Damit sprach er vielen Zuschauern aus der Seele.
Auf X machten zahlreiche Nutzer ihrem Ärger Luft. Dort war etwa zu lesen: „Ich will doch einfach nur Fußball sehen“ oder „Was für ein Affentheater diese Halbzeitshow. Hoffe, das gibt’s nie wieder.“ Andere formulierten ihre Ablehnung noch schärfer und sahen in dem Konzept einen Bruch mit der Fußballtradition.
Madonna, BTS und Bieber prägen die lange Pause
Musikalisch begann die Show mit Madonna, die ihren Song „Music“ performte und gemeinsam mit Ronaldo und Ronaldinho durch die Katakomben ins Stadion gefahren wurde. Danach folgte BTS mit „Dynamite“. Justin Bieber wurde wie ein Ersatzspieler inszeniert und spielte Gitarre zu „Everything Hallelujah“ in einer reduzierten Darbietung.
Shakira und Burna Boy übernahmen später mit dem offiziellen WM-Song „Dai Dai“. Dazu kamen Coldplay, Star-Dirigent Gustavo Dudamel, ein New Yorker Grundschulchor und sogar die Muppets. Auf den Leinwänden liefen parallel Bilder aus dem Turnier und der Fußballgeschichte.
27 Minuten Unterbrechung sorgen für zusätzlichen Unmut
Ein zentraler Punkt der Kritik war die Länge der Pause. Insgesamt dauerte die Unterbrechung 27 Minuten und 20 Sekunden, die Show selbst knapp zwölf Minuten. Damit lag die Halbzeit deutlich über dem üblichen Rahmen.
Viele Fans empfanden das als Eingriff in den Spielfluss eines WM-Endspiels. Im Netz sammelten sich Kommentare wie „Bitte lieber Gott, lass nie wieder eine Halbzeit-Show bei der WM zu“ oder „Eine Halbzeit-Show bei der WM ist peinlich.“ Zwar gab es auch vereinzeltes Lob für die Inszenierung, doch der Ärger überwog klar.
Tom Cruise, Jennifer Hudson und weitere Stars vor dem Anpfiff
Nicht nur die Pause war prominent besetzt. Schon vor dem Spiel trugen Mario Kempes und Andrés Iniesta den WM-Pokal auf den Rasen. Auf den Tribünen saßen unter anderem Matt Damon, Timothée Chalamet, Kylie Jenner, Pharrell Williams und Mick Jagger. Vor dem Anpfiff traten außerdem IShowSpeed und Post Malone auf, Jennifer Hudson sang die US-Nationalhymne.
Robbie Williams, Laura Pausini und Nicole Scherzinger präsentierten die Fifa-Hymne „Desire“. Auch Tom Cruise bekam einen kleinen Auftritt und verkündete: „Lasst uns ein Turnier feiern, das die Welt zusammengebracht hat.“ So wurde das Finale zu einem Mix aus Fußball, Popkultur und sehr viel Inszenierung.