Adele Neuhauser, bekannt aus der beliebten Krimiserie „Tatort“, stand 2016 vor einer Herausforderung, die weit über die Schauspielerei hinausgeht.
Adele Neuhauser: Wie viele Verluste kann ein Mensch ertragen?
„Tatort“-Schauspielerin Adele Neuhauser verlor im März 2016 ihren Vater Georg. Sein Tod markierte den Beginn einer Reihe von schmerzhaften Verlusten. Nur wenige Monate später starb auch ihre Mutter Elisabeth, deren Todesursache Altersschwäche war. „Sie waren meine größten Fans, sammelten jeden Zeitungsartikel“, sagte der Star über seine Eltern.
Doch der Schicksalsschlag, der die Familie besonders hart traf, war der Verlust von Neuhausers Bruder Alexander, der nach einem mutigen Kampf gegen Blutkrebs verstarb. „Ich kann es noch gar nicht richtig begreifen und das wird sicher noch eine Weile dauern“, erzählte die Schauspielerin damals gegenüber „Express“.
„Es ist ein großer Schock für uns alle, besonders für seine Frau und die beiden Kinder“, offenbarte Neuhauser in dem bewegenden Interview. Sie setzte alles daran, ihren geliebten Bruder zu retten: „Wir hatten die Hoffnung und auch fast die Gewissheit, ihn durch meine Stammzellenspende retten zu können. Es hat leider nicht geklappt.“
Inmitten dieser schweren Zeit erinnerte sich Adele Neuhauser an die positiven Eigenschaften ihres Bruders: „Wir denken alle an sein herzliches Lachen und seine positive Lebensart. Auch seine Fähigkeit, für jedes Problem eine dauerhafte Lösung zu finden, war beeindruckend.“ Diese Erinnerungen boten mit Sicherheit einen kleinen Trost in einer Zeit, die von Trauer und Verlust geprägt war.
Schauspielerin litt an Depressionen
Doch nicht nur mit diesen Verlusten hatte Adele Neuhauser zu kämpfen, sie selbst litt lange Zeit an Depressionen - angefangen schon in jungen Jahren: „Ich war da noch ein kleines Mädchen mit neun Jahren, als sich meine Eltern getrennt haben. In meiner eigenen kleinen Welt habe ich mir damals die Geschichte so zusammengebaut, dass ich mir vorwarf, ich sei an dieser Trennung schuld. Das hat mich sehr belastet“, offenbarte sie der „Augsburger Allgemeinen“.
Und weiter: „Ich habe mich dafür gehasst und verflucht. Deswegen habe ich mehrere Suizidversuche verübt, die glücklicherweise nicht geklappt haben. Leider habe ich nie eine Therapie gemacht, sonst wäre ich sicher schneller aus diesem ‚dunklen Loch‘ herausgekommen.“
Heute geht es der Schauspielerin wieder besser: „In diese schweren Depressionen verfalle ich heute nicht mehr. Denn ich weiß inzwischen, was ich zu tun habe, wenn es wirklich eng wird.“ Offen über ihre Gefühle und Gedanken zu sprechen oder in der Natur zu sein, helfe ihr sehr.